Kreis: Weniger Unfälle – mehr Tote

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Kreis Mettmann. Deutlich weniger Verkehrsunfälle und ein sehr erfreulicher Rückgang bei der Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Personen: Das sind die beiden Kernpunkte der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2020, welche die Kreispolizeibehörde Mettmann am Mittwoch vorstellte. Aber es gab mehr Verkehrstote als 2019.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Straßenverkehr im Kreis Mettmann werden auch in unserer Verkehrsunfallstatistik mehr als deutlich“, sagt Landrat Thomas Hendele. Durch Heimarbeit, geschlossene Geschäfte und Freizeiteinrichtungen haben weitaus weniger Menschen am Straßenverkehr teilgenommen, womit sich der deutliche Rückgang der Verkehrsunfälle erklären lässt. Doch es gibt auch weniger erfreuliche Entwicklungen, insbesondere bei den Radfahrer.

Insgesamt gab es im Jahr 2020 12.125 Verkehrsunfälle auf den Straßen im Kreis Mettmann – das sind 2290 Unfälle (15,89 Prozent) weniger als im Vorjahr. Positiv zu sehen ist auch der Rückgang der im Straßenverkehr verletzten Personen: So sank die Anzahl der Schwerverletzen um 6,8 Prozent auf 303 Personen (2019: 325) und die Anzahl der Leichtverletzten sogar um 12,9 Prozent auf 1234 Personen (2019: 1417). Leider einen Anstieg zu verzeichnen gibt es bei den tödlich Verunglückten: Zwölf Menschen kamen im Jahr 2020 bei einem Verkehrsunfall auf den Straßen im Kreis Mettmann ums Leben – vier mehr als im Jahr 2019.

Sorge bereitete der Polizei im vergangenen Jahr die Entwicklung der im Straßenverkehr verunglückten Radfahrer. Hier stieg die Anzahl um 11,0 Prozent auf 496 verunglückte Personen (2019: 447). Knapp die Hälfte (47,1 Prozent) der verunglückten Radfahrer wurde bei ihren Unfällen schwer verletzt.

„Auch im Kreis Mettmann steigen aufgrund eines erhöhten Umweltbewusstseins und veränderten Freizeitverhaltens immer mehr Menschen aufs Fahrrad. Dies ist sicherlich ein Grund für die Zunahme der Verunglückten in diesem Bereich“, erklärt Thomas Decken, Leiter der Direktionen Verkehr und Gefahrenabwehr/Einsatz.

Auffällig ist, dass rund ein Drittel der verunglückten Radfahrer auf so genannte Alleinunfälle ohne Fremdverschulden zurückzuführen sind. „Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wird sich die Polizei auch 2021 verstärkt durch Aufklärung und Prävention um die Sicherheit dieser ’schwächeren Verkehrsteilnehmer‘ kümmern“, kündigt der Polizeidirektor an. Während die Polizei bei den Radfahrern eine besorgniserregende Entwicklung registriert, ist die Anzahl der im Straßenverkehr verunglückten Fußgänger (Rückgang um 36,6 Prozent auf 166 Personen) und motorisierten Zweiradfahrer (Rückgang von 7,8 Prozent auf 177 Personen) rückläufig.

Eine weitere positive Entwicklung in der Verkehrsunfallbilanz ist die der Verkehrsunfallfluchten. Wurden im Jahr 2019 noch 4016 Unfallfluchten gemeldet, waren es im Jahr 2020 nur noch 3418 Fälle – ein Rückgang von 14,4 Prozent. 40,5 Prozent aller Unfallfluchten konnten von den zuständigen Verkehrskommissariaten geklärt werden (2019: 41,5 Prozent) – bei den Verkehrsunfallfluchten liegt die Aufklärungsquote sogar noch höher – und zwar bei 65,1 Prozent (2019: 66,4 Prozent).

„Pro Tag zählen wir im Kreis Mettmann 33 Verkehrsunfälle – meistens bleibt es dabei glücklicherweise bei einem Sachschaden. Rein statistisch betrachtet ist eine Verletzungsgefahr bei Unfällen im Kreis Mettmann sogar um rund 15 Prozent niedriger als im Landesdurchschnitt. Die Menschen können sich auf den Straßen im Kreis Mettmann also durchaus sicher fühlen“, erklärt die Leitende Polizeidirektorin Ursula Holz, Abteilungsleiterin der Kreispolizeibehörde Mettmann.

Foto: Polizei

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