Kreis Mettmann: RKI verlangt “falsche” Zahlen

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Kreis Mettmann. Der ungewöhnliche Umgang mit im Gesundheitsamt liegen gebliebenen neuen Coronafällen ist auf das Robert-Koch-Institut (RKI) zurückzuführen. Das rechnet “neue” Coronafälle dann in die Statistik ein, wenn sie gemeldet werden, nicht wenn sie entstehen. Der Inzidenzwert ist tatsächlich auf 192,9 gesunken, in Nordrhein-Westfalen liegt der allerdings bei 123,2.

Zu der zuweilen angestellten Vermutung, dass der Kreis in der vergangenen Woche bei tagesaktueller Erfassung der Neuinfektionsfälle den für die Schulöffnung maßgeblichen Inzidenz-Schwellenwert von 165 womöglich unterschritten hätte, ist zu sagen, dass dem nicht der Fall ist, meldet der Kreis jetzt. Der Wert wäre nicht unterschritten worden.

Auch korrigiert das RKI die Inzidenzwerte nicht rückwirkend und erklärt dazu: “Bei den Sieben-Tage-Fallzahlen und Inzidenzen für frühere Tage muss berücksichtigt werden, dass es sich um die jeweils an dem angegebenen Tag berichteten Werte handelt, die nicht durch an Folgetagen nachübermittelte Fälle aktualisiert werden (für den Berichtstag “eingefrorene” Werte), heißt es in einer Pressemeldung des Kreises.

Diese Werte sind für das In- und Außerkrafttreten der bundeseinheitlichen Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes („Bundesnotbremse“) maßgeblich. Die Zugrundelegung der „eingefrorenen“ Werte stellt sicher, dass die Werte keinen Schwankungen unterliegen und sich die von den Maßnahmen Betroffenen auf das In- und Außerkrafttreten dieser mit einem zeitlichen Vorlauf einstellen können.

Zum Monatswechsel April und Mai hatte der Kreis durch personelle Ausfälle und gleichzeitige technische Probleme eines Labors erhebliche Rückstände bei der Meldung von Infektionsfällen an das RKI. Deshalb sank der Inzidenzwert scheinbar und erreichte am 2. Mai einen unrealistisch niedrigen Wert von 152. Anfang der vergangenen Woche wurde deshalb noch einmal zusätzliches Personal im Gesundheitsamt eingesetzt, um die Fälle aufzuarbeiten. Durch die Nachmeldungen flossen täglich über 200 Neuinfektionen in die Statistik ein, wodurch der Inzidenzwert rechnerisch auf über 200 anstieg. Am Montag lag die Inzidenz rechnerisch bei 224,5.

Inzwischen ist der Rückstand bei der Erfassung der Neuinfizierten jedoch aufgearbeitet. Die inzwischen wieder tagesaktuellen Erfassungen haben in den vergangenen Tagen gesunkene Infektionszahlen ergeben, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich der Inzidenzwert auch im Kreis Mettmann in den kommenden Tagen deutlich nach unten entwickeln wird.

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