Kloster Memleben: Sonderschau im Jubiläumsjahr

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Naumburg (tpr). Idyllisch an der Unstrut in der hochmittelalterlich geprägten Kulturlandschaft Saale-Unstrut liegt ein Kleinod der deutschen Geschichte: das Kloster Memleben. Fast hätte es vor 200 Jahren als Schutthaufen ein trauriges Ende gefunden. Wäre nicht der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel gewesen. Er stoppte den Verfall der Ruine, deren Steine für den Bau von Ställen und Scheunen abgetragen wurden. Mit einer Sonderschau erzählt Memleben in diesem Jahr ein besonders glanzvolles Stück deutscher Geschichte. Das Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben präsentiert vom 7. Mai bis 15. Oktober die Sonderausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“. Sie gehört zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr „25 Jahre Straße der Romanik“.

Die Historie des Klosters Memleben reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Zwei bedeutende Regenten des Mittelalters verstarben hier: König Heinrich I. (876-936) sowie sein Sohn und Nachfolger Kaiser Otto I. (936-973). Kaiser Otto II. (955-983) stiftet dem Ort im Jahr 979 ein Benediktinerkloster.

Gemeinsam mit seiner Frau Theophanu stattete er den Konvent reich mit Grundbesitz aus. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich die Gründung zu einer bedeutenden Reichsabtei. Mit der Reformation endete die über 500- jährige Geschichte des Klosters. Es folgten Plünderungen und die schleichende Zersetzung der Bausubstanz. Was geblieben ist, sind die vielfältigen Spuren, die Memleben in Kultur und Geistesgeschichte der Region hinterlassen hat. Und – dank Schinkel – noch ein Teil seiner einstigen baulichen Pracht, wie die Kirchenruine aus dem 13. Jahrhundert mit einer weitgehend im Original erhaltenen spätromanischen Krypta. Ein Gefühl für die einstige Bedeutung der Reichsabtei vermittelt der nachgebaute Grundriss der Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert.

Die Sonderausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“, die das Kloster Memleben ab 7. Mai zeigt, würdigt nicht nur den Verdienst des Benediktinerordens für die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut, sondern auch den Denkmalpfleger Schinkel. „Wissen und Macht“ ist ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr „25 Jahre Straße der Romanik“. Die Straße der Romanik ist mit mehr als 1,5 Millionen Besuchern jährlich Sachsen- Anhalts beliebtestes Ferienstraße.

Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben, Thomas-Müntzer-Straße 48
06642 Kaiserpfalz / OT Memleben
Öffnungszeiten: täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr
www.benedikt-memleben2018.de

Foto: Andreas Stedtler

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