Kindergärten: Notversorgung ausgeweitet

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Ratingen. Ab diesem Donnerstag haben mehr Eltern als bisher Anspruch auf eine Notbetreuung in Kindergärten und im offenen Ganztag der Grundschulen. Mit ihrer neuen Coronabetreuungsverordnung hat die Landesregierung die Liste der systemrelevanten Berufe deutlich erweitert. Eine Liste dieser Berufsgruppen steht im Corona-Infobereich auf der Internetseite der Stadt Ratingen.

Anspruch auf eine Notversorgung haben Familien dann, wenn mindestens ein Elternteil in einem solchen systemrelevanten Beruf tätig ist. Die Eltern benötigen eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers (Formular ebenfalls auf der Internetseite). Wenn sie die Notversorgung in Anspruch nehmen wollen, sollten sie sich zunächst einfach in „ihrem“ Kindergarten oder Offenen Ganztag melden.

Durch die neue Verordnung steht die Arbeitsorganisation im Jugendamt erneut vor einer großen Herausforderung. „Wir rechnen fest damit, dass wir nun deutlich mehr Kinder als bisher in der Notversorgung haben werden“, sagt Amtsleiterin Sabine Klocke. Sie erinnert aber auch an die eigentlichen Ziele des eingeschränkten Kita-Betriebs: die Verringerung der Kontakte und damit der Infektionsgefahren.

Gleichwohl wird eine Reihe von Erzieherinnen in die Kindergärten zurückkehren, denn nach wie vor werden die Kinder in Kleingruppen bis maximal fünf Kinder betreut. Den Kontakt zu den Kindern und deren Eltern, die bisher nicht in den Kindertageseinrichtungen betreut werden, haben die Erzieherinnen ohnehin gehalten. „Sie haben beispielsweise Ostergeschenke für die Kinder vorbeigebracht oder Ostergeschichten als Videobotschaft in Whatsapp-Gruppen gestellt“, sagt Sabine Klocke.

Diejenigen Erzieher, die nicht in der Notversorgung eingesetzt sind, sowie zahlreiche Mitarbeiter und Honorarkräfte der Jugendzentren haben im Corona-Ausnahmezustand gern andere Aufgaben übernommen. Sie sind präsent auf Spielplätzen und an anderen wichtigen Orten, die viel von Jugendlichen besucht werden. Wenn sie dort Gruppen antreffen, suchen sie das Gespräch mit ihnen, um über Gefahren und Verbote aufzuklären. Oder sie stellen Ordnungsverfügungen und neuerdings auch Personalausweise oder Reisepässe zu.

In anderen Bereichen des Jugendamtes gibt es in der Coronazeit alle Hände voll zu tun. „Die soziale Arbeit läuft in Ratingen auf Hochtouren“, sagt Sabine Klocke. „Die Kolleginnen und Kollegen erarbeiten und etablieren in Windeseile neue Konzepte, um den Ratinger Bürgern weiterhin ihre Hilfe anbieten zu können.“

So haben die Ratinger jetzt die Möglichkeit, auch kostenlose telefonische Beratungen bei Krisen in Familien in Anspruch zu nehmen, Telefon 02102/550-5160, -5162 und – 5168. Die Schulsozialarbeiter, sonst mehrmals wöchentlich an den Schulen, sind in der gesamten Stadt unterwegs und stellen zudem für ihre Schüler eine telefonische Erreichbarkeit sicher.

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