Julia Kadel erhält den Essener „Jazz Pott“ 2020

Werbung

Essen. Zum Start der neuen „Jazz in Essen“-Saison kommt am 20. September eine Frau ins altehrwürdige Grillo-Theater, die es nach Jutta Hipp (1956) als erste und bis heute einzige deutsche Jazzmusikerin geschafft hat, vom legendären Blue-Note-Label veröffentlicht zu werden, und das schon mit ihrem Debütalbum: Julia Kadel. Die ehemalige Psychologiestudentin ist nicht nur eine der bemerkenswertesten Newcomerinnen der letzten Jahre, mit ihrem Auftritt am 20. Septem­ber in der Ruhr-Metropole ist sie dann auch die 23. Preisträgerin des Essener „Jazz Potts“. Die Auswahljury unter der Leitung von Berthold Klostermann, dem Künstlerischen Leiter der Reihe „Jazz in Essen“, hat Kadel in diesem Jahr diesen Preis für innovative Jazzmusiker zuerkannt, der 1998 von Viktor Seroneit († 2011) und Niklaus Troxler für den „Plakat Kunst Hof Rüttenscheid“ begründet wurde.

Mit ihrem mittlerweile dritten Album „Kaskaden“ (2019), erschienen beim Label MPS, hat Julia Kadel ihren Ruf als originelle Pianistin, Komponistin und Leiterin eines traumhaften Trios weiter ausgebaut. „Ein scheinbar konventionelles Format, das den Hörer aber in eine erstaunlich abwechslungsreiche Klangwelt aus Jazz, Geräuschhaftem und Kammermusikalischem zieht; zu hören ist filigrane Musik der lyrischen Art, wobei stets der kollektive Prozess im Mittelpunkt steht“, schwärmt Berthold Klostermann. Und Julia Kadel selbst hat einmal über ihre Art, mit dem Trio Musik zu machen, Folgendes gesagt: „Improvisieren ist so gewaltig, weil man in jedem Moment alle Möglichkeiten hat. Man sucht zu dritt gleichzeitig in einem ständigen Prozess des Moments nach Energie, nach Magie, nach Schönheit, nach Hässlichkeit, nach Kraft. Nach etwas Wahrem. Und alle treffen Entscheidungen nach ihren intuitiven Neigungen. Und dann passiert, was eben passiert.“

Coronabedingt ist die Platzkapazität im Essener Grillo-Theater derzeit leider eingeschränkt. Aus diesem Grund wird das Preisträgerkonzert, das Julia Kadel gemeinsam mit ihren Trio-Musikern Karl-Erik Enkelmann (Bass) und Steffen Roth (Schlagzeug) bestreitet, am Sonntag, 20. September, gleich zweimal zu erleben sein: um 17 und um 20 Uhr. Das Preisgeld von 2000 Euro wird wieder vom Essener Kabarettisten Hagen Rether gestiftet.

Der Eintritt kostet 22 Euro, Karten gibt es unter Telefon 0201/81 22-200.

Mehr Information:
https://www.theater-essen.de/schauspiel/jazz-in-essen/jazz-pott-2020-an-julia-kadel/

Aufgrund der nach wie vor ungewissen Corona-Lage empfiehlt das Schauspiel Essen allen Zuschauern, sich vor ihrem Theaterbesuch unter www.schauspiel-essen.de zu erkundigen, ob die Vorstellung auch tatsächlich stattfindet.

Foto: Lisa Wassmann

Werbung