Jubiläum bei der Nacht der Kirchen

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Lintorf. Die evangelischen Christen in Lintorf haben in diesem Jahr wahrlich Grund zu feiern. Am 31. Oktober ist der 500. Jahrestag der Reformation durch Martin Luther und vor 150 Jahren wurde die Lintorfer evangelische Kirche eingeweiht. In der Nacht der Kirchen am vergangenen Freitag erinnerten die Lintorfer an den Bau der Kirche, am 31. Oktober findet ein großes Reformationsfest in der Gemeinde statt.

Die Kirche war am Freitag voll. Die Pfarrer Frank Wächtershäuser, Wilfried Diesterheft-Brehme und Susanne Hasselhoff freuten sich über den großen Andrang zur Nacht der Kirchen. Sie fand zum dritten Mal im Kreis Mettmann statt. Die Gemeinde Lintorf-Angermund nutzte die Veranstaltung, um an die Geschichte der evangelischen Christen in Lintorf zu erinnern, denn vor 150 Jahren, am 20. August 1867, wurde die erste evangelische Kirche in Lintorf eingeweiht.

Den Abend eröffnete der Posaunenchor der Gemeinde. Die Chöre der Gemeinde gestalteten den Abend musikalisch. In zwei Blöcken blickte Pfarrer Wächtershäuser auf die Geschichte der Gemeinde zurück. Pfarrer Diesterheft-Brehme stellte sein Kunstinstallation vor, die bis zum 31. Oktober in der Kirche zu sehen sein wird. Die Kirche hat bis dahin täglich von 17 bis 22 Uhr geöffnet.

Zwei große Wendepunkte stellte er heraus: den Bau der Kirche 1867 und die Ankunft der Flüchtliche nach dem Zweiten Weltkrieg in Lintorf.

Rund 250 Evangelische gab es 1867 in Lintorf. Sie meisterten den Kraftakt, eine eigene Kirche zu errichten mit Hilfe von außen. Gleichzeitig entstand damals in Lintorf die erste Trinkerheilstätte in Europa. Sie wurde von der evangelischen Gemeinde geführt.

Nach 1945 veränderten die Flüchtlinge die Gemeinde. Durch sie verdoppelte sich in wenigen Jahren die Zahl der Gemeindemitglieder. 1952 lebten in Lintorf rund 2000 evangelische Christen (heute sind es rund 6000). Die Lintorfer Gemeinde war reformiert, jetzt kamen aber überwiegen Lutheraner nach Lintorf.

Pfarrer Wächtershäuser beschreibt es als Bruch in der Gemeindegeschichte. “Wir haben in der Gemeinde keine Lintorfer Tradition”, sagte er am Freitagabend. Vielmehr kämen die Gemeindemitglieder aus vielen unterschiedlichen Orten, heute vor allem junge Familien, die in Lintorf heimisch geworden seien. Das werde aber als Chance gesehen und auch so gelebt.

Zum Ausklang spielte noch einmal der Posaunenchor vor der Kirche. Die vielen Besucher standen noch lange zusammen. Übrigens, laut Frank Wächtershäuser, ist das typisch für die Lintorfer Gemeinde: “Nachdem Gottesdienst stehen oft noch lange Kirchenbesucher vor der Kirche und unterhalten sich über Gott und die Welt.”

Zum Jubiläum des Kirchenbaus hat die Gemeinde eine lesenswerte Festschrift herausgegeben, in der die Geschichte der evangelischen Christen in Lintorf seit ihren Anfängen im 16. Jahrhundert beschrieben wird.

 

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