Johanniter: Tipps zum Verhalten im Notfall

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Ratingen. Ob Unfall im Straßenverkehr, Notfall am Badesee oder Sturz im Ferienhaus: Auch im Urlaub, der für viele Familien Ende der Woche beginnt, sollte man darauf vorbereitet sein, im Notfall zu helfen. Doch gerade jetzt in Corona-Zeiten sind viele Menschen sehr besorgt um ihre eigene Gesundheit und fragen sich: Wie kann man in einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht in der Corona-Pandemie zur Diskussion.

„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Tanja von Speicher, Ausbildungsleiterin der Johanniter im Kreisverband Mettmann. Einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie. „Der Ersthelfer sollte dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“

Ist der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, kann aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. Tanja von Speicher erklärt: „Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch.“ Gleichzeitig kann das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren.

Laut der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) treten mehr als 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zuhause auf. In vielen Fällen sind die Ersthelfer also Familienmitglieder oder andere nahestehende Personen, die das Risiko einer möglichen Ansteckung in der Regel besser einschätzen können als eine fremde Person. „Wenn möglich, sollten Sie, neben der Herzdruckmassage, auch die Atemspende geben“, so Tanja von Speicher weiter.

Falls der Ersthelfer selbst zur Corona-Risikogruppe gehört, können andere Personen ermuntert werden, Erste Hilfe zu leisten. „Ist niemand in der Nähe, versuchen Sie, so gut es geht und mit angemessenen Sicherheitsabstand zu helfen“, empfiehlt Tanja von Speicher. Ein Notruf sollte in jedem Fall abgesetzt werden.

Die Johanniter im Kreisverband Mettmann
Der Kreisverband Mettmann erstreckt sich über den gesamten Kreis Mettmann, Sitz der Kreisgeschäftsstelle ist Ratingen. Der Kreisverband Mettmann beschäftigt zurzeit rund 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ehrenamtlich engagieren sich rund 300 Helferinnen und Helfer in der Region. Zum Leistungsspektrum des Kreisverbandes gehören u.a. Rettungsdienst, Medizinischer Transportdienst, Sanitätsdienst, Ausbildung in Erster Hilfe, Betreutes Wohnen, Begegnungsstätte für Alt und Jung, Ambulante Kinderkrankenpflege, Kindertageseinrichtungen, Hausnotruf und Menüservice, Jugendarbeit sowie zahlreiche ehrenamtliche Angebote.

Foto: privat

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