Johannes Leuschke macht Praktikum im Iran

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Lintorf/Teheran. Der Lintorfer Johannes Leuschke (ganz rechts) hat in den vergangenen Wochen ein Praktikum an der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer in Teheran gemacht. „Dazu entschieden habe ich mich, weil ich zum einen im Studium einen Kurs in Nahoststudien belegt habe und mich die Region sehr interessiert und weil ich zum anderen meine Abschlussarbeit nächstes Jahr zur deutschen Nahost- und Iranpolitik schreibe“, erzählt der junge Mann im Gespräch mit der Redaktion des Lintorfer.eu.

Er sei schon mit gemischten Gefühlen in den Iran gereist, sagt Leuschke. Teheran sei eine unglaublich laute und geschäftige Stadt, in der etwa neun Millionen Menschen leben. „Aber die Menschen waren sehr freundlich und ich habe mich nie unsicher gefühlt“, weiß der Student zu berichten.

Natürlich sei er sich dennoch immer bewusst gewesen, dass die Menschen sich, auch er als Gast, an sehr strenge Regeln zu halten hatte. „Bei politischen Äußerungen etwa sei große Vorsicht geboten.

Erschreckend waren die starken Auswirkungen der wirtschaftlichen Sanktionen des Westens in den vergangenen Jahrzehnten. 70 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und es gibt ein enormes Wohlstandsgefälle, das man überall mitbekommt.

Im Praktikum an der Handelskammer hat Leuschke in der Marktanalyse und -beratung gearbeitet und sich mit der rechtlichen Situation nach dem Nuklearabkommen letztes Jahr beschäftigt. Die praktischen Auswirkungen des Abkommens auf das Leben der Menschen und den Handel sind deutlich zu sehen.

Als Christ in einem muslimischen Land wollte Johannes Leuschke auch etwas über das Leben der Christen im Land erfahren. „Ich konnte eine katholische Kirche besuchen. Christen sind zwar geduldet, aber doch deutlich eingeschränkt“, erklärt Leuschke im Gespräch.

Ein Höhepunkt während des Besuches war die Einladung zu einer traditionellen Familienfeier. Dort gab es dann auch richtiges, iranisches Essen.

„Iran ist anders als viele meinen“, zieht Leuschke das Fazit seines Aufenthaltes in dem Land im Mittleren Osten. Es sei dort sehr sicher, aber diese Sicherheit habe ihren Preis.

Foto: privat

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