„Jazz in Essen“ mit Musik für Beine und Hirn

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Essen. Nach dem gefeierten Konzert im „Sfumato“-Quintett mit Joachim Kühn im Mai 2017 kommt Émile Parisien wieder ins Grillo-Theater. In der Reihe „Jazz in Essen“ präsentiert der französische Saxofonist am Sonntag, 1. März, ab 20 Uhr gemeinsam mit seiner „working band“ das neue Album „Double Screening“, das beim Preis der deutschen Schallplattenkritik im vergangenen Herbstmit dem Jahrespreis 2019 ausgezeichnet wurde.

In der Begründung der Jury hieß es: „Émile Parisien, Jahrgang 1982, zählt zu den Glücksfällen des europäischen Jazz. Seine Musik fährt in die Beine, ohne das Hirn zu vernachlässigen, sie liebt die dichte Struktur, aber auch griffige Pointen, und besitzt Witz im doppelten Sinn.“ Mit „Double Screening“ gelinge Parisien (Sopran-, Tenorsax) und seinen Mitstreitern Julien Touéry (Klavier), Ivan Gélugne (Bass) und Julien Loutelier (Schlagzeug) das Kunststück, die Überforde­rungen des digitalen Zeitalters mit rein akustischen, quasi analogen Mitteln zu schildern.

Seit knapp 15 Jahren spielt diese Formation bereits zusammen, da ist es wenig verwunderlich, dass die vier Musiker auch in den vertrack­testen Kompositionen mit der Präzision eines Uhrwerks agieren, was aber die Musik nie seelen­los klingen lässt. „Das Émile Parisien Quartet tönt selbst dann noch unangestrengt und homogen, wenn es einen Spagat zwischen Free Jazz und der reduzierten Avantgardesprache eines Anton Webern vollzieht“, so die Jury weiter. Und Berthold Klostermann, der Künstlerische Leiter der renommierten Essener Jazz-Reihe, schwärmt: „Parisien erweist sich immer mehr als derzeit originellste Stimme auf dem Sopransaxofon und seine Partner stehen ihm an Freude zu improvisieren und musikalische Geschichten zu erzählen in nichts nach.“

Der Eintritt kostet 22 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es unter Telefon 0201/81 22-200 oder www.schauspiel-essen.de

Foto: Sylvain Gripoix

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