„Jamaika“ im Kreis Mettmann

Werbung

Kreis Mettmann. In den letzten Wochen feilten CDU, Grüne und FDP im Kreistag Mettmann konstruktiv an einer Kooperationsvereinbarung. Am Montag haben die Kreisvorsitzenden Jan Heinisch (CDU), Ina Besche-Krastl (Bündnis 90/Die Grünen) und FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Müller den Kooperationsvertrag unterschrieben und damit den inhaltlichen Weg für eine Jamaika-Kooperation im Kreistag Mettmann geebnet. Dass eine Zusammenarbeit angestrebt wird, wurde bereits Anfang November öffentlich mitgeteilt. Mit dem nun unterzeichneten Kooperationsvertrag werden die konkreten politischen Ziele und Projekte, die in den kommenden fünf Jahren geprüft und umgesetzt werden sollen, besiegelt. Dabei machen die drei Parteien kein Geheimnis daraus, dass es auch einige Spannungsfelder in den Verhandlungen gegeben hat.

Landrat Thomas Hendele freut sich auf die kommenden fünf Jahre im Kreistag: „Ich glaube, dass wir mit dieser Partnerschaft auf Augenhöhe weiterhin eine gute Politik für die Menschen im neanderland machen und damit an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen können“.    

„Wir müssen weiterhin alles dafür tun, dass sich die Menschen hier wohlfühlen. Dafür braucht es eine hohe Lebensqualität in intakter Natur, ausreichenden Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, attraktive Bildungsangebote und moderne Arbeitsplätze“, so Jan Heinisch.

Für Waldemar Madeia, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, zählen die Themen Freizeit- und Naherholung sowie Mobilität zu den wichtigsten Standortfaktoren, die Kreispolitik aktiv gestalten kann. Die Mobilität der Zukunft muss individueller, intelligenter und vernetzter werden, um das wichtige Grundbedürfnis der Menschen zu befriedigen. Der Ausbau der BAB 44 und die Realisierung der Ratinger Westbahn seien dabei wichtige Großprojekte.

Für den Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Mettmann, Bernhard Ibold, steht der Einsatz für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung ganz oben auf der Agenda innerhalb der Kooperation: „Dafür müssen Umwelt, Wirtschaft, Soziales zusammen gedacht und gemeinsam entwickelt werden. So wollen wir mehr Klima-, Natur- und Freiflächenschutz umsetzen, Unternehmen und Arbeitsplätze stärken, soziale Interessen fördern und die Gemeinschaft der zehn kreisangehörigen Städte ausbauen“.

Ina Besche-Krastl, Co-Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Mettmann ergänzt: „Über Corona hinaus gilt es, den Kreis Mettmann zukunftsfest für die Klimakrise aufzustellen. Um dieser Krise angemessen zu begegnen und den nachfolgenden Generationen gerecht zu werden, haben wir unsere Punkte mit ins Kooperationspapier gebracht: Wir wollen ehrgeizig die Mobilitätswende vorantreiben, Freiflächen schützen und konsequenter den Klima- und Umweltschutz vorantreiben.“

Für die FDP im Kreistag ist die Sicherung der wirtschaftlichen Situation des Kreises Fundament für alles Weitere. „Wir werden auch zukünftig wieder die Personalkosten des Kreises im Blick haben und auch die freiwilligen Ausgaben kritisch hinterfragen, auch wenn sie gemessen am Gesamthaushalt nur einen geringen Anteil ausmachen. Uns ist wichtig, dass wir die finanzielle Belastbarkeit unserer kreisangehörigen Städte nicht überfordern“, so Klaus Müller, Fraktionsvorsitzender der Liberalen.

Mit insgesamt 57 von 86 Sitzen im neuen Kreistag verfügt das Bündnis über eine deutliche Gestaltungsmehrheit. Davon entfallen auf die CDU 33 Sitze, auf Bündnis90/Die Grünen 19 Sitze und fünf Sitze auf die FDP.

Landrat Thomas Hendele (von rrechts), Jan Heinisch, Ina Besche-Krastl, Andreas Kanschat und Klaus Müller (Foto: privat)

Werbung