Infotafel für Hermann-Löns-Stein

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Tiefenbroich. Am Donnerstag stellte die Stadtverwaltung die neue Infotafel zum Löns-Stein der Öffentlichkeit vor. Die Infotafel erklärt in kurzer Form, was es mit dem Findling auf sich hat, in den der Name „Hermann Löns“ eingemeißelt ist. Als zusätzliches Angebot befindet sich ein QR-Code auf der Tafel, der mit der Internetseite des Stadtarchivs verlinkt ist und über die weitere umfangreichere Information abrufbar ist. Bei der offiziellen Vorstellung der Infotafel stellten sich Kulturdezernent Harald Filip, René Wendeler vom Jugendrat und Erik Kleine Vennekate vom Stadtarchiv den Fragen der Bürger und der Presse.

Von Seiten der Bürger wurde darauf hingewiesen, dass Hermann Löns keinen Bezug zu Ratingen hatte und aufgrund seiner Persönlichkeit kein Vorbild gewesen sei, das man heutzutage noch mit einem Gedenkstein ehren würde. Umso mehr wurde die Initiative des Jugendrates begrüßt, den vorhandenen Stein durch eine Infotafel zu ergänzen. Der Ursprung dieser Initiative liegt zwei Jahre zurück:

Damals hatte das Mitglied des Jugendrates René Wendeler in einer Sitzung des Bezirksausschusses erfahren, dass in seinem Heimatstadtteil Tiefenbroich ein Hermann-Löns-Stein existiert. Das weckte seine Neugier und er begann, sich mit der Geschichte des Steins zu beschäftigen und im Stadtarchiv zu recherchieren. Herausgekommen ist ein Beitrag in der der „Quecke“ des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (Nr. 88, S. 132). René Wendeler fand heraus, dass der Findling 1934 auf Initiative des Tiefenbroicher Lehrers Josef Mocken aufgestellt wurde. Mocken war NSDAP-Mitglied und denunzierte als überzeugter Nazi später den Tiefenbroicher Pfarrrektor Clemens Prinz als Regimegegner bei der Gestapo. Hermann Löns (1866-1914) selbst wurde als „Heidedichter“ von den Nationalsozialisten posthum vereinnahmt.

Foto: Stadt Ratingen

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