Industriepfad: Zwei neue Tafeln der Eisenbahnroute

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Ratingen. Der Ratinger Industriepfad bietet nun zusätzliche Information zur heimischen Wirtschafts- und Industriegeschichte. Gemeinsam mit den Stadtwerken Ratingen hat der Arbeitskreis Ratinger Industriepfad zwei neue Infotafeln offiziell eingeweiht. Die Stele mit der Nummer 28 markiert den Standort des Alten Wasserwerkes in der Kaiserswerther Straße. Weniger als einen halben Kilometer entfernt steht bereits die Hinweistafel Nummer 29: In der Sandstraße, vor dem Eingang des Stadtwerke Verwaltungsgebäudes, reist der Betrachter zurück ins 19. Jahrhundert zu den Anfängen der Ratinger Energieversorgung. Beide Infotafeln sind Teil der Eisenbahnroute West.

„Dank der Initiative des Ratinger Heimatvereins, der Freunde und Förderer des Industriemuseums Cromford, der Ratinger Jonges, des Vereins Lintorfer Heimatfreunde und des Ratinger Unternehmensverbandes wird das industrielle Erbe unserer Stadt mehr und mehr in die Köpfe der Ratinger zurückgerufen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse. Viele seien fasziniert von den Arbeitsmethoden der Vergangenheit, der Baukunst alter Industrieanlagen und der Technik moderner Unternehmen. „Darum bin ich sehr stolz darauf, dass wir mit unserer langen Unternehmensgeschichte nun Teil des Ratinger Industriepfades sind.“

Das Alte Wasserwerk ist der Ursprung der Ratinger Wasserversorgung. Mit seiner Inbetriebnahme am 7. Juli 1893 konnte erstmals frisches Trinkwasser direkt in die Haushalte geliefert werden. Vorher hatten die Bewohner ihr Wasser noch mühsam aus Dorf- und Hausbrunnen schöpfen müssen. 1967 bauten die Stadtwerke Ratingen ein zweites Wasserkraftwerk in der Broichhofstraße, 1974 kauften sie das Homberger Wasserwerk. Heute versorgt das Unternehmen die Bevölkerung über ein 400 Kilometer langes Leitungsnetz mit jährlich mehr als fünf Millionen Kubikmeter frischem Trinkwasser.

Eng verwoben mit dem Alten Wasserwerk ist die Stadtwerke-Geschichte. Nach der Aufnahme der zentralen Wasserversorgung 1893, der Elektrizitätsversorgung 1907 und der Übernahme des Gaswerks 1909 vereinigte die Stadt 1939 alle Versorgungssparten unter einem Dach: Die Stadtwerke Ratingen waren geboren. Rund 50 Jahre später übernahm das Unternehmen das städtische Hallen- und Freibad in Ratingen-Mitte. 2004 folgte die Übernahme und der Neubau des Allwetterbades in Lintorf. 2011 gründeten die Stadtwerke die Tochtergesellschaft KomMITT-Ratingen GmbH, die seitdem vor Ort den Glasfaserausbau vorantreibt sowie Fernsehen, Internet und Telekommunikationsdienstleitungen anbietet.

Genau diese Geschichten erzählen die beiden neuen Stelen auf dem Industriepfad. Die Hinweisschilder stehen vor den Stationen 28 und 29 auf dem Wanderweg der Eisenbahnroute West. Vor allem die Fahrradtouren, die jedes Jahr über den insgesamt 28 Kilometer langen Industriepfad vom Ratinger Heimatverein durchgeführt werden, sind sehr beliebt. „Hinzu kommen vor allem Einheimische, aber auch Touristen, die die Route auf dem Rad oder zu Fuß selbst erkunden“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins Michael Lumer. Auch die beiden anderen Wanderwege des Industriepfades seien regelmäßig gut besucht. „Das Interesse an Ratingens Industriegeschichte wächst jeden Tag – das freut uns als Verein für Heimatkunde und Heimatpflege natürlich ungemein.“ 

Der Aufbau des Industriepfades ist ein laufendes Projekt. Am 23. April 2016 wurden auf der Wasserkraftroute die ersten vier Stelen installiert. Mittlerweile ist dieser Teil des Industriepfades fertiggestellt. Wer der Wasserkraftroute folgt, hält an insgesamt acht Stationen, dazu gehören zum Beispiel die Auermühle, die Textilfabrik Cromford und der Kalksteinbruch „Blauer See“. Die Eisenbahnroute West und die Eisenbahnroute Ost werden in den kommenden Monaten und Jahren stetig ausgebaut.

Alle Info zum Industriepfad mit seinen Routen, Haltepunkten und Führungen gibt es im Internet unter www.stadt-ratingen.de und www.heimatverein-ratingen.de

Foto: Stadtwerke Ratingen

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