Hubertus-Kompanie löst sich auf

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Lintorf. Am 31. Dezember endet ein Stück Bruderschaftsgeschichte: Die Hubertus-Kompanie löst sich auf. Ein Teil der Mitglieder der 1950 gegründeten Formation der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lintorf 1464 verbleibt im Schützenverein, ein Teil verlässt das Schützenwesen.

„Es ist traurig, dass die Hubertus sich wegen Mitgliedermangels auflöst“, so Schützenchef Andreas Preuß. Die Hubertus-Kompanie habe über viele Jahrzehnte das Lintorfer Schützenbrauchtum bereichert und geprägt.

Königskette und Fahne der Kompanie übergab Walter Nollen, letzter Vorsitzender der Formation, an die Bruderschaft. „Vielleicht brauchen wir sie ja irgendwann einmal wieder“, hofft Nollen.

Am 15. Oktober 1950 gründeten 35 Männer die Hubertus-Kompanie. Sie wählten Ferdinand Fitzen, damaliger Lintorfer Bürgermeister, zu ihrem  Vorsitzenden. Der Wunsch, eine Schützen-Kompanie im sogenannten „Lintorfer Busch“ zu gründen, bestand bereits lange Zeit. Initiatoren waren damals August Breuer und Hubert Kröll.

Kurz nach der Gründung brachte es die Hubertus-Kompanie schon zu einer eigenen Fahne, die am Ostermontag, 26. März 1951, feierlich in der St. Anna-Kirche geweiht wurde. Die Fahne wurde nach dem Patron St. Hubertus geweiht und trägt den Wahlspruch „Für Ordnung und Bürgersinn“ und den Leitspruch der Bruderschaft „Für Glaube – Sitte – Heimat“.

Das erste Königsschießen der Hubertus-Kompanie fand am 8. Juli in den Gartenanlagen des Vereinslokals „Grunewald“ statt (heute Tagesstätte der AWO Lintorf). Der erste König wurde Fritz Kröll, der bereits in den Jahren 1920 bis 1922 Lintorfer Bruderschaftskönig war. Ihm wurde das neue Königssilber angelegt.

In den fast 70 Jahren ihres Bestehens stellte die Hubertus-Kompanie vier Bruderschaftkönige: 1952/53 Sebastian Jakobs, 1957/58 Peter Herrmanns, 1971/72 Ewald Fink und 2005/06 Siegfried Brings. Die Kronprinzenwürde erreichten für die Hubertus-Kompanie 1951/52 Armin Schnitzer, 1956/57 Paul Fink, 1957/58 Heinz Fink, 1962/63 Peter Laufs, 1964/65 Hans-Hermann Jakobs, 1979/80 Arno Schnitzer, 1989/90 Thomas Busch, 1992/93 Volker Nollen, 1994/95 Markus Busch und 1996/97 Matthias Melchert.

Seit dem Bestehen der Hubertus-Kompanie werden die anfallenden Arbeiten auf dem Hochstand am Schützenplatz von Schützenbrüdern der Hubertus-Kompanie durchgeführt. So wurde im Jahr 1989, im Jahr des 500-jährigen Bruderschaftsjubiläums, auf Initiative der Hubertus-Schützen Heinz Blumenrath und Walter Nollen ein neuer Schießstand entsprechend der neu verlangten Sicherheitsbestimmungen errichtet. 

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