HSS: Leseförderung in entspannter Atmosphäre

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Lintorf (mvk). „Lesen heißt verstehen und dabei leisten Ehrenamtliche des Vereins Mentoring Ratingen e.V. kompetente Hilfe. Denn sie kommen regelmäßig in die Schule und üben nach Unterrichtsschluss mit förderungsbedürftigen Kindern ganz in Ruhe lesen“ , erklärte Meike Grothe, Lehrerin an der Heinrich-Schmitz-Grundschule.

Der Verein wurde im Jahr 2004 gegründet und hat sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche in ihrer Lese-, Sprach- und Schreibkompetenz zu fördern, indem sie beispielsweise in der Stadtbibliothek Vorlesungen halten oder wie in der Lintorfer Grundschule ganz individuell Kinder betreuen. Ganz ohne Druck soll den Kindern in entspannter Atmosphäre näher gebracht werden, dass Lesen und somit auch das Lernen spannend, witzig oder gar abenteuerlich sein kann. Und weil Lesemotivation am besten durch das selbstständige Entdecken eigener Interessen entstehen kann, entscheiden die Schüler selber, was gelesen wird. Mal ist es ein interessanter, spannender oder witziger Kinderroman, es kann aber bauch ein informatives Sachbuch werden.

Ghassan ist neun Jahre alt. Seit letztem Jahr übt er regelmäßig mit seiner Mentorin Illa Mentzen das Lesen. Am liebsten holt er dafür Geschichten über das Fußballspielen hervor, denn diese Sportart ist seine große Leidenschaft. „Wir lesen aber nicht nur Bücher. Ich helfe ihm auch bei den Hausaufgaben. Ghassan kann zum Beispiel sehr gut rechnen. Er kann aber nicht immer alle Aufgaben lösen, weil er sie nicht richtig lesen kann. Das machen wir dann zusammen“, sagte sie.

Die Zuwendung einer Mentorin zu einem Kind ist eine wichtige und positive Erfahrung und stärkt das Kind in seinem Selbstbewusstsein. Es legt eine Basis für spätere Interessen, nicht nur im Fach Deutsch. „Die Eltern begrüßen das Angebot der Leseförderung ausdrücklich, und auch die Kinder freuen sich immer auf ‚ihren‘ Mentor, der sich die Zeit nur für sie nimmt. Denn sie merken, dass sich ihre Lesefähigkeit durch das regelmäßige Üben stetig verbessert. Vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund ist diese Einzelförderung ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengleichheit“, sagte Meike Grothe.

Derzeit sind an der Grundschule zwölf Lesementorinnen und sogar zwei Lesementoren im Einsatz. Viele von ihnen sind schon lange dabei. Illa Mentzen zum Beispiel liest bereits seit zehn Jahren mit den Schülern und freut sich immer wieder, wenn die Sprachentwicklung große Fortschritte macht, damit unter anderem der Weg für die weiterführende Schule geebnet wird. Die Mentoren begleiten die Kinder in der Regel bis zum Ende der Grundschulzeit. Sie nehmen auch an den Festen und Feiern der Heinrich-Schmitz-Schule teil, wie Schulfest, Martins- oder Weihnachtsfeier, und stehen in engem Kontakt zu den Lehrerinnen und der Schulleitung.

Foto: privat

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