Horst Brink: Um zu herbsten

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Tiefenbroich. Für die Meteorologen beginnt der Herbst am 1. September. Grund genug für den Tiefenbroicher Horst Brink, ein Gedicht über den Herbst zu schreiben.

Die Meteorologen haben den Herbstbeginn vereinheitlich, da die Wetterdaten so besser zu vergleichen sind. Der kalendarische Beginn des Herbstes schwankt. In diesem Jahr beginnt er am 22. September um 15:31 Uhr, im vergangenen Jahr war der Herbstbeginn am 23.September um 9:50 Uhr. Es ist der Tag der Tagundnachtgleiche. Danach ist die Nacht länger als der Tag. Die dunkle Jahreszeit beginnt.

Um zu herbsten*

Nun ade ihr Sommertage,
es ist Herbst, gar keine Frage.
dieser hat nun auch inzwischen
seinen Wald bunt angestrichen.

Nebel spukt in lichten Auen
und im frühen Morgengrauen
sieht man Adebar verstohlen
schnelle einen Frosch sich holen.

Und der Gimpel hoch im Baum,
winzig – man erkennt ihn kaum,
putzt und ordnet  sein Gefieder,
schaut vergnüglich auf uns nieder.

Ernte ist fast eingefahren,
Sommer muss sich offenbaren,
doch er wird, wie ich vernommen,
nächstes Jahr schon wiederkommen.

Und die Sonn’ möcht‘ nochmals prahlen,
ihre letzten Sonnenstrahlen,
streicheln sanft und mild und hold
liebevoll des Winzers Gold.

Und zum „Wingert“ mit Gesang
geht’s hinauf den steilen Hang,
um zu „herbsten“ – um zu lesen,
glücklich wer dabei gewesen…

Horst Brink

* herbsten heißt im südwestdeutschen Raum, soviel wie „ die Weintrauben ernten“

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