Horst Brink: Erinnerung an einen armen Hund

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Tiefenbroich. “Nie werde ich jenen armen angeketteten Hund vergessen, der in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1943, vom Bratengeruch aus der Küche meiner Großeltern angelockt, hin und her über den Hof rannte und mich mit großen traurigen Augen ansah. Er hatte Hunger, aber niemand erbarmte sich seiner…”, sagt Horst Brink. Dem armen Hund hat er sein Gedicht “Der Hofhund” gewidmet, das heute noch einmal an ihn erinnern soll.

Der Hofhund
Aus der Kammer – aus der Küche,
zogen viele Wohlgerüche,
durch das Haus – das altvertraute,
das einst Großvater erbaute.

Auch der Hund hat was gerochen,
träumt von einem Suppenknochen,
doch man lässt ihn, wie gemein,
gar nicht erst ins Haus hinein.

Dass er Haus und Hof beschützet
hat ihm leider nicht genützet.
Dass man ihn so sehr verachtet,
hab‘ mit Wehmut ich betrachtet.

Stets gehorsam – untergeben,
fristet er sein Hundeleben.
Angekettet, läuft er quer
auf dem Hofe hin und her.

Schielt er rüber zum Geflügel,
drohen Tadel ihm und Prügel.
Ach wie gern, klingt’s auch vermessen,
hätt‘ er sich mal sattgefressen.

Doch ich spürte damals schon:
Undank ist der Weltenlohn.
Leider war ich noch zu klein
um den Armen zu befrei’n…

Horst Brink

Das Gedicht „Der Hofhund“ ist dem  Buch “ACH, DU LIEBE ZEIT – heitere Gedichte aus Ratingen” von Horst Brink, mit Bildern von Elfi Lütcke  entnommen.

Foto: Cedric Clooth auf Pixabay

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