Horst Brink: Als Charly Barz fast Kanzler wurde

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Wir schauen zurück in das Jahr 1963 – das Jahr, in dem Charly Barz (1,50 Meter groß) aus Düsseldorf fast Bundeskanzler geworden wäre. Die lustige Geschichte, die uns Horst Brink aus Tiefenbroich erzählt, hat sich tatsächlich 1963 zugetragen, in der Zeit als der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer seinen Platz für den legendären Wirtschaftsminister Ludwig Erhard räumen musste.

Horst Brink , damals Filialleiter bei Mühlensiepen – einer alt eingesessenen Firma, die mit Tabakwaren und Wein handelte, hat damals den „Fastbundeskanzler“ Charly Barz als liebenswerten und humorvollen Kunden kennen und schätzen gelernt.

Seine fröhliche, rheinische Art machten den gebürtigen Kölner zu einem überaus interessanten Gesprächspartner. Er war Stammkunde und rauchte „Players Nr. 6“ und erzählte halt gern.

Thema des Gesprächs war der langandauernde Streit zwischen Adenauer und Erhard, der die Bundesrepublik erschütterte (Spiegelaffäre). Dieser Streit brachte Brinks Kunden Charly in Rage und es ergoss sich ein Redeschwall, über den Brink nach 58 Jahren als Gedächtnisprotokoll berichtet.

Charly Barz: „Wissense Herr Brink, dat mit dem Konni und dem Erhard jeht mer auf der Wecker. Jezz isset jenuch und ich musset Ihnen erzählen, denn jetzt werden se Augen machen: Ich hab dem Konrad einen Brief jeschrieben – hören se zu:
„Lieber Konrad, ich habe in deiner Zeit als du Oberbürgermeister von Köln (1917 bis 1933, Anmerkung der Redaktion) warst, das damals französisch besetzt war, für dich gedolmetscht, vielleicht erinnerst du dich noch? Der ewige Streit zwischen euch Beiden – wer denn nun Kanzler bleibt oder wird – jeht mer auf die Nerven. Wenn ihr euch nicht einigen könnt, dann setzt mich doch op de Stohl. Liebe Grüße Charly Barz“

„Un watt glaubense Herr Brink – der Konrad hat mir zurückgeschrieben und meinte: Ja ich erinnere mich noch gut an Dich Charly – aber dat mit dem „setz ich mich op de Stohl“ jeht leider nicht – dafür biste doch ze kleen… Liebe Grüße  Konrad Adenauer“

PS.: Diese Geschichte muss man augenzwinkernd lesen und sacken lassen, nach der Devise: „Und wenn es nicht die Wahrheit ist, so ist es doch gelogen.“

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