Hoher Lichtschutzfaktor wiegt in falscher Sicherheit

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Kaiserswerth. Anlässlich des „Tages des Sonnenschutzes“ am 21. Juni warnt Professor Jutta Liebau, Chefärztin der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus, vor den Folgen zu starker UV-Strahlung durch Sonne oder Solarium.

„Die ultraviolette Strahlung, die vor allem im Sonnenlicht und in Solarien vorkommt, ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Sonnenbrände verstärken das Risiko zusätzlich. Selbst wenn kein Sonnenbrand auftritt, wird die Haut durch die UV-Strahlung von Sonne oder Solarium geschädigt. Deshalb ist besonders im Sommer beim Aufenthalt im Freien ein nachhaltiger Sonnenschutz zu empfehlen; ganz besonders bei Kindern, da ihr natürlicher Schutzmechanismus der Haut noch nicht vollständig ausgebildet ist“, erläutert Professor Liebau. „Obwohl das Risiko der UV-Strahlung seit Jahren bekannt ist, nimmt die Anzahl an Hautkrebserkrankungen weltweit stetig zu. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 20.000 Menschen neu an einem malignen Melanom, der bösartigsten Form von Hautkrebs.“

Wie kann man sich vor der UV-Strahlung wirksam schützen? Und wie kann man trotz der Gefahren die Sonne für Gesundheit und Wohlbefinden nutzen? Dazu gibt Professor Liebau folgende Tipps.:

Tipp 1: Sonnenschutzmittel richtig anwenden

Sonnencremes können die Gefahr eines Sonnenbrandes mindern, wenn sie richtig und ausreichend angewendet werden. Das Mittel muss zum Hauttyp passen und mehrfach am Tag in ausreichender Menge, etwa 3 bis 4 Esslöffel verteilt auf den ganzen Körper, aufgetragen werden. Das Sonnenschutzmittel sollte über einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor verfügen, den sogenannten LSF und darüber hinaus das „UV-A-Siegel“ tragen. Der Lichtschutzfaktor bezieht sich auf die kurzwellige UV-B-Strahlung, die einen Sonnenbrand auslösen kann. Die langwellige UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein, kann Gewebe zerstören und eine vorzeitige Hautalterung auslösen. Beide Strahlungsarten fördern die Entstehung von Hautkrebs.

Tipp 2: Starke Mittagssonne meiden, leichte Kleidung und Kopfbedeckung tragen

Die Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit ist besonders gefährlich, da hier die UV-Strahlung am höchsten ist. Einen guten Schutz für die Haut bietet helle, leichte Kleidung. Besonders wichtig ist eine Kopfbedeckung, die auch vor einem sogenannten Hitzekollaps schützen kann, bei dem der Kreislauf versagt und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Tipp 3: Zwei bis drei Aufenthalte pro Woche á 12 Minuten im Freien genügen für Vitamin-D-Versorgung

Die UV-B-Strahlung der Sonne unterstützt die Bildung von Vitamin D in der Haut. Dieses ist für den Stoffwechsel wichtig und fördert den Aufbau und Erhalt der Knochen. Gehen Menschen mit dem in Deutschland häufigen Hauttyp II in den Sommermonaten zwei bis drei Mal pro Woche für 12 Minuten ins Freie, reicht dies für die Vitamin-D-Versorgung aus. Dabei genügt es, wenn Gesicht, Hände und Arme unbedeckt sind. 

Tipp 4: Vorsorgeuntersuchungen nutzen

Ergänzend zum UV-Schutz können regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zur Prävention oder rechtzeitigen Diagnose und Behandlung beitragen. Ab einem Alter von 35 Jahren zahlen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre eine Früherkennungs-Untersuchung.

Die Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus

In der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie werden jedes Jahr rund 1.000 große und 700 ambulante Operationen durchgeführt. Zudem werden ca. 700 Notfallversorgungen geleistet, ausschließlich im Bereich des Gesichtes und des Kopfes in der Notfallambulanz des Krankenhauses. Neben der Brust- und der Gesichtschirurgie sowie der köperformenden Chirurgie sind die Chefärztin Prof. Dr. med. Jutta Liebau und ihr Team auf die Therapie gut- und bösartiger Hauttumore, vor allem im Bereich des Gesichts, spezialisiert. Mit fein abgestimmten plastisch-chirurgischen Techniken werden Problemstellen wie Augenlieder, Nase und Lippen, behandelt.

Foto: Frank Elschner

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