Hilsdorf inszeniert Scarlattis Oratorium "Kain und Abel"

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Essen. Dietrich W. Hilsdorf inszeniert Scarlattis Oratorium „Kain und Abel“. Die Premiere ist am Samstag, 25. Januar, um 19 Uhr im Aalto-Theater. Karten kosten zwischen 16 und 77 Euro. Die Einführungsmatinee findet am Sonntag, 19. Januar, um 11 Uhr ebenfalls im Aalto-Theater statt.

Hilsdorf hat das Aalto-Musiktheater mit seinen innovativen, klugen und auch provokanten Inszenierungen über viele Jahre geprägt. Nach fast sieben Jahren kehrt der Regisseur nun für eine außergewöhnliche Bühnenproduktion nach Essen zurück: Mit Alessandro Scarlattis Oratorium „Kain und Abel oder der erste Mord“ („Cain, overo il primo omicidio“) zeigt das Aalto-Theater erstmals ein Werk des italienischen Barockkomponisten. Die Premiere findet am Samstag, 25. Januar, um 19 Uhr statt. Weitere Vorstellungen gibt es am 30. Januar, 20. und 29. Februar, 4., 8., 13. und 20. März sowie am 3. Mai. Vor jeder Vorstellung gibt es einen 30-minütigen Einführungsvortrag im Foyer des Aalto-Theaters.

Ein Spezialist für das barocke Opern- und Oratorienrepertoire ist der argentinische Dirigent Rubén Dubrovsky, der erstmals am Aalto-Theater zu Gast sein wird. Zu seinen wichtigsten musikalischen Projekten der vergangenen Jahre gehören Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ an der Dresdner Semperoper, Porporas „Polifemo“ am Theater an der Wien und Händels „Semele“ am Münchner Gärtnerplatztheater. Das Aalto-Ensemble wird durch zwei hochkarätige Countertenöre ergänzt: Xavier Sabata übernimmt die Rolle Gottes, als Abel ist der deutsche Shootingstar Philipp Mathmann zu erleben.

Scarlatti schildert in seinem 1707 in Venedig uraufgeführtem Oratorium in packender dramatischer Form den ersten Mord der Menschheitsgeschichte, der bei weitem nicht der letzte bleiben sollte. Denn nach biblischer Überlieferung stammen alle Menschen von einem Mörder ab: Kain, dem ersten Menschen, der auf der Erde geboren wurde. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Abel wird er von seinen Eltern Adam und Eva gottesfürchtig erzogen, aber als eines Tages Abels rituelle Opfergaben vorgezogen werden, brechen sich düstere Triebe Bahn: Kain tötet Abel und fordert damit den Zorn Gottes heraus. Die Geschichte aus der Genesis wirft zahlreiche Fragen auf, die die Menschheit seit jeher beschäftigen. Warum geht es mir nicht so gut wie den anderen? Warum werden andere scheinbar grundlos bevorzugt? Ist die Existenz des Bösen fest im Menschen verankert? Hat es gar eine geheime Funktion im Schöpfungsplan? Sind wir alle Teil eines göttlichen Experiments? Kann oder muss man einem Mörder vergeben? Ist Frieden überhaupt möglich, oder ist die Existenz von Gewalt der Menschheitsgeschichte unauslöschlich eingeschrieben?

Die musikalische Leitung übernimmt Rubén Dubrovsky. Für die Bühne ist Dieter Richter, für die Kostüme Nicola Reichert und für die Dramaturgie Christian Schröder zuständig.

Probenfoto „Kain und Abel“ – Mezzosopranistin Bettina Ranch als Kain sowie der Countertenor Philipp Mathmann als Abel (Foto: Matthias Jung)

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