Heimatverein wählt zweite Vorstandsriege

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Ratingen. Gut besucht mit über 100 Mitgliedern war die Jahreshauptversammlung des Vereines für Heimatkunde und Heimatpflege in der Stadthalle. Neben  Jahres- und Kassenbericht berichtete Vorsitzender Michael Lumer erneut über einen Mitgliederzuwachs  in den letzten Jahren. Einstimmig wiedergewählt wurden die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Gottfried Weck und Philipp Gerard, der stellvertretende Schriftführer Georg Hellhammer und der stellvertretende Kassierer Fritz Vossen. Auch die zweite Beisitzergruppe mit Detlef Klostermann, Karl-Heinz Schneider und Franz Josef Schlösser wurde wiedergewählt. Zudem wurden 52 Mitglieder für 50, 40 und 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt. 

Der Leiter der Mahn und Gedenkstätte Düsseldorf, Bastian Fleermann, nahm dann die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte Ratingens. Wie wurden jüdische Mitbürger aufgenommen, wo wohnten sie, welche Berufe übten sie aus, wo gibt es heute noch Spuren? Die  brillant vorgetragenen Geschichten fesselten jeden Zuhörer. Besonders schicksalhaft war für die jüdischen Mitbürger die Zeit des Nationalsozialismus, die auch in Ratingen sehr präsent war. So verlieren sich auch Spuren Ratinger Juden in den Konzentrationslagern. Beklemmend war die Geschichte zweier Ratinger Fußballer, die zusammen bei Germania Ratingen gespielt hatten. Die trafen sich in einem KZ wieder, der eine als Aufseher, der andere als zum  Tode verurteilter jüdischer Gefangener. Oder die Geschichte der Kinderärztin Hilde Bruch, die in der Ratinger Innenstadt eine Kinderarztpraxis hatte. Sie konnte bei der aufkommenden Judenfeindlichkeit 1933 rechtzeitig in die USA auswandern und wurde dort später als  Psychoanalytikerin und Spezialistin für Essstörungen weltberühmt.

Foto: privat

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