Heimat der Vorfahren leicht erklärt: Oberschlesien

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Hösel. „Ra-ti-bor… Papa, was ist das? Und wieso wird das auf der linken Seite anders geschrieben?“ Wenn Sophie, sieben Jahre alt, demnächst solche Fragen stellt, dann kann es sein, dass sie den neuen Kinderatlas für Oberschlesien in der Hand hält. Dieser wurde vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit herausgegeben und ist zweisprachig ausgelegt.

Mit einfachen Bildern von Städten, Sehenswürdigkeiten und spannenden Orten macht der Atlas neugierig und lädt zum Erklären ein: „Racibórz ist der polnische Name der Stadt Ratibor“, erklärt Papa. Nicht selten wird es dazu kommen, dass Papa oder Mama eine persönliche Geschichte aus der Heimat Oberschlesien oder eine von seinen Eltern erzählen kann. „

Auf diese Art und Weise werden Kinder glaubwürdig an das Thema Oberschlesien herangeführt“, sagt Bartek Ondera, seit Juli 2020 zuständig für Museumspädagogik am Oberschlesischen Landesmuseum in Hösel. Deshalb hat die Stiftung Haus Oberschlesien, nach dem Besuch des Kulturreferenten David Skrabania in Oberschlesien, nun den Ankauf der Atlanten für das Oberschlesische Landesmuseum veranlasst. Damals hat der Chef des Hauses für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, Lucjan Dzumla den Kinderatlas vorgestellt.

Für die Museumspädagogik sei der Atlas klasse, meint Ondera, denn er sei kindgerecht. Doch auch für den Gebrauch zuhause sei der Atlas empfehlenswert, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Haus Oberschlesien Sebastian Wladarz. Als gebürtiger Oberschlesier weiß er genau, dass Fragen nach der Herkunft der Eltern oder Großeltern recht schnell auftauchen können: „Meine Töchter fragten ganz schnell, was es mit der ‚Sprache‘ auf sich hat, die Mama und Papa sprechen. Dabei handelt es sich um einen polnischen Dialekt mit starken Einflüssen des Deutschen und Tschechischen, der nur in Oberschlesien und unter den oberschlesienstämmigen Aussiedlern, die zumal in NRW einen beträchtlichen Teil der Einwohner ausmachen, gesprochen wird. Und schon ist man mittendrin bei der Fragestellung: Wo kommen Mama, Papa, Oma oder Opa eigentlich her?“

Einen großen Vorteil sehen Ondera und Wladarz auch in der Zweisprachigkeit. Sie meinen, dass Zweisprachigkeit einen immensen Wert darstelle. Viele Aussiedlerfamilien aus  Oberschlesien seien zweisprachig, sprächen Deutsch und Polnisch oder den Dialekt. Solche Materialien könnten daher die zweisprachige Bildung daheim unterstützen, bei denen die das wünschten. Insofern eigne sich der „Kinderatlas Oberschlesien“ hervorragend als Weihnachtsgeschenk.

„Perspektivisch könnten wir uns vorstellen, dass an in Zusammenarbeit mit dem Haus für Deutsch-Polnische-Zusammenarbeit vorhandene analoge Werkzeuge digitalisiert und als Apps zur Verfügung gestellt werden könnten“, sagt Wladarz mit Blick in die Zukunft.

Wer Interesse am Kinderatlas hat, kann sich an Bartek Onder wenden, ondera@oslm.de oder Telefon 02102/9650.

Foto: privat

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