Haus Oberschlesien: Knabenchor kehrt zum Proben zurück

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Hösel. Es klingt wie der Anfang einer neuen, guten Partnerschaft. Der bekannte und renommierte Knabenchor Hösel hat seit kurzem seine Proben ins Oktogon der Stiftung Haus Oberschlesien verlegt. Stiftungschef Sebastian Wladarz und Museumsdirektorin Andrea Perlt freuen sich über die Entscheidung. „Nach dem Ratinger Kammerchor und dem Gospelchor bieten wir einem weiteren hochqualitativen Vokalensemble ein Zuhause und entwickeln uns somit zu einem Standort für gute Musik“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Man freue sich insbesondere, junge Musiker aus Ratingen unterstützen zu können.

Der Knabenchor Hösel hatte früher schon einmal im Haus Oberschlesien geprobt und kehrt nach vielen Jahren Abstinenz nunmehr zurück. Das kommt besonders dem Hausherrn entgegen. Sebastian Wladarz als Stiftungsvorsitzendem schwebt es schon länger vor, mehr Musik in das Oktogon der Stiftung zu bringen. „Früher stand Musik nicht so sehr im Mittelpunkt der Stiftungs- und Museumsarbeit. Doch auch das musikalische Erbe der Region Schlesien hat es verdient, erschlossen zu werden. Deshalb haben wir kürzlich mit dem Zyklus ‚Salon Silesia. Musik aus und rund um Schlesien‘ begonnen“, sagt der gebürtige Oberschlesier, der sich selber zwar nicht als großen Kenner, aber doch begeisterten Konsumenten klassischer Musik bezeichnen würde.

Mit dem Knabenchor Hösel und seinem künstlerischen Leiter Toralf Hildebrandt sieht man im Haus Oberschlesien viel Potenzial für eine Zusammenarbeit. Insbesondere im Hinblick auf die Partnerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit der oberschlesischen Woiwodschaft Schlesien seien einige Projekte denkbar, die zum einen den Völkerverständigungsgedanken befördern, zum anderen aber auch mehr internationales Flair nach Ratingen bringen könnten. Hildebrandt und Wladarz kennen sich schon länger. Sie waren bereits zusammen in Warschau, um Kontakte in Polen zu knüpfen und Kooperationen anzubahnen.

„Mittlerweile haben wir beide gute Drähte nach Oberschlesien und nach Polen insgesamt, sodass wir uns Einiges vorstellen können“, so Wladarz. Hildebrandt erinnert sich noch an eine Reise nach Hindenburg/Zabrze in Oberschlesien: „Und da haben wir natürlich auch gesungen.“ Man habe auch schon über das Schlesische-Beethoven-Festival gesprochen, wo sich Möglichkeiten eines Austausches ergeben könnten.

Die Zusammenarbeit mit Hildebrand als Botschafter der Fondazione pro Musica e Arte Sacra – Vatikan  in Deutschland ist für die katholischen Oberschlesier freilich auch interessant, die selbst schon Benedikt XVI. und Franziskus persönlich in Rom treffen konnten. Demnächst soll es also ein Treffen der Vertreter des Knabenchors und der Stiftung sowie des Museums geben, um Möglichkeiten einer weitergehenden Kooperation zu erörtern.

Stiftungsvorsitzender Sebastian Wladarz (von links), Museumsdirektorin Andrea Perlt und künstlerischer Leiter Toralf Hildebrandt) mit dem (vorne) Sopran des Knabenchors Hösel (Foto: Stiftung Haus Oberschlesien (SHOS))