Haus Oberschlesien gratuliert neuer Außenministerin

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Hösel. Der Vorsitzende der Stiftung Haus Oberschlesien, Sebastian Wladarz, hat Außenministerin Annalena Baerbock zum Amtsantritt gratuliert. Dabei betonte der gebürtige Gleiwitzer die gemeinsamen oberschlesischen Wurzeln.

„Oberschlesien ist für Sie ein vertrauter Begriff, kommt doch die Familie Ihrer Mutter, ebenso wie meine Ehefrau, aus Kędzierzyn-Koźle, dem früheren Kandrzin-Cosel“, heißt es in dem zweiseitigen Schreiben. Oberschlesien sei auch besonders von den Folgen des von Nazi-Deutschland entfachten Angriffskrieges betroffen gewesen.

„Auf der einen Seite waren es Flucht und Vertreibung oder Aussiedlung, auf der anderen Seite wiederum – bis zur politischen Wende 1989 – kulturelle, sprachliche oder rechtliche Diskriminierung bis hin zur Entrechtung derer, die in ihrer Heimat verleiben durften oder mussten“, so das Ratinger Ratsmitglied. Die deutsch-polnische Versöhnung sei vor diesem Hintergrund ein großes Geschenk der Geschichte und die verständigungspolitische Arbeit für die Stiftung und das Oberschlesische Landesmuseum eine große Verpflichtung. Die neue Außenministerin, deren Großmutter 1958 als Aussiedlerin nach Westdeutschland kam, bat der Stiftungschef daher, „die verbliebenen Deutschen in der Heimat Ihrer Großmutter nicht zu vergessen. Wenn Sie nach Polen reisen, besuchen Sie bitte unsere Landsleute in Oberschlesien“.

Schließlich lud Wladarz Annalena Baerbock nach Hösel ein. „Die Geschichte Oberschlesiens ist sehr vielfältig. Im Oberschlesischen Landesmuseum gibt es sicherlich auch für Sie etwas zu entdecken. Des Weiteren können wir Sie über unsere Arbeit im Sinne der Völkerverständigung informieren“, betonte Wladarz. Auch sei er sehr stolz darauf, dass es gerade in jüngster Zeit gelungen sei, gute Projekte mit polnischen Partnern durchzuführen. Als Beispiele nennt er die Ausstellung, den Bildungsfilm sowie die internationale, wissenschaftliche Tagung zur Volksabstimmung sowie das Projekt anlässlich „1700 Jahre jüdisches Leben nördlich der Alpen“ mit dem Oberschlesischen Museum in Beuthen/Bytom. „Das zeigt, dass unsere bilaterale Arbeit gut aufgestellt ist“, zeigt sich Wladarz optimistisch. Die Publikation zum letzteren Projekt gab es für die neue Außenministerin als Geschenk mit dabei.