Wochenmarkt: Scharfe Kritik am Ordnungsamt

Werbung

Ratingen. Die Grünen und die Sozialistische Gruppe Ratingen (SGR) kritisieren scharf das Ordnungsamt. Am Freitag teilte es kurzfristig den Marktbeschickern schriftlich mit, dass ein Teil des Marktes zugunsten der Außengastronomie in die Minoriten- und Oberstraße verlegt werden soll.

Diese offenbar schon länger geplante Idee der Ratingen Marketing GmbH scheine aber weder mit dem City-Kauf noch mit den betroffenen Händlern abgesprochen worden zu sein, stellt Christian Otto fest, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat.

„Wer morgens um 9 oder 10 Uhr schon ein Bier zu sich nimmt, braucht keine Außengastronomie, sondern eine Suchtberatung“, meint Manfred Evers von der SGR zu der Idee der Ratingen Marketing GmbH. Die Gastronomie könne auch nach Marktschluss öffnen.

„Dem Schreiben des Ordnungsamtes ist zu entnehmen, dass man diese Neuorganisation auch noch vorzieht und bereits für den nächsten Markttag am 1. Juni umsetzen will“, berichtet Otto. Dass man mit solch einer kurzfristigen, von oben herab verkündeten Vorgehensweise die langjährigen Marktbeschicker vor den Kopf stoße und sie in helle Aufregung versetze, könne nicht verwundern.

Die Grünen haben Verständnis für die Situation der Gastronomie in der Coronapandemie. „Aber eine solch gravierende Umstrukturierung sollte doch bitte unter Mitwirkung aller Beteiligten geplant werden“, meint Otto. Von Seiten der Händler ist zu vernehmen, dass einige der vorgesehenen Standorte zum Beispiel nicht ausreichend bemessen seien.

„Sowohl der Wochenmarkt als auch die Gastronomie sind für Ratingens Innenstadt typisch und machen sie lebenswert“, stellt Otto fest. Die Einen gegen die Anderen auszuspielen sei unsinnig, nur gemeinsames Handeln nütze beiden. „Hierfür trägt die Verwaltung die Verantwortung, ich habe Bürgermeister Pesch bereits um Vermittlung gebeten“, sagt Christian Otto dem Lintorfer.

Da jegliche weitere Terminierung im Anschreiben fehlt, scheint diese grundsätzliche Neuorganisation auch noch unbefristet geplant zu sein. Befremdlich findet Otto überdies, solch eine grundlegende Entscheidung ohne jegliche Beteiligung der Kommunalpolitik treffen zu wollen.

Werbung