Grüne: Radweg statt sechs Spuren auf Mintarder Brücke

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Ratingen/Mülheim/Essen. Die Mintarder Autobahnbrücke soll auf sechs Spuren ausgebaut werden. Für die Grünen aus Ratingen, Mülheim und Essen ein Unding angesichts der notwendigen Mobilitätswende. Sie schlagen stattdessen einen Radweg auf der Brücke neben der Autobahn vor.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten die Grünen aus Essen, Mülheim und Ratingen jetzt die Idee eines Radweges auf der Mintarder Autobahnbrücke vor. In einem Antrag im Landtag hatten die Grünen das Land bereits aufgefordert, die Planungen zum Neubau der Brücke entsprechend zu ändern und einen Radweg zu berücksichtigen.

Für unsinnig halten einen sechsspurigen Ausbau der erst vor wenigen Jahren sanierten Brücke Mehrdad Mostofizadeh, Grünes Mitglied des Landtags und Oberbürgermeisterkandidat in Essen, Martin Tönnes, Bürgermeisterkandidat in Ratingen, Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende in Essen, Axel Hercher, verkehrspolitischer Sprecher Mülheim, und Brigitte Erd, planungspolitische Sprecherin Mülheim.

„Der Stau entsteht im Breitscheider Kreuz, nicht auf der Brücke“, erklärt Martin Tönnes aus Ratingen. Ein Ausbau des Breitscheider Kreuzes auf sechs Spuren kann er sich aber ebenso wenig vorstellen, wie Mostofizadeh den sechsspurigen Ausbau der A52 auf Essener Seite.

Allerdings pant Straßen NRW bereits den sechsspurigen Ausbau der A52 vom Breitscheider Kreuz bis zur Anschlussstelle Kettwig. Die Vorplanungen haben 2017 begonnen.

Die Grünen wünschen sich einen Verzicht der zwei zusätzlichen Spuren auf der Brücke. Hier könnte ein Radweg gebaut werden, der Essen, Mülheim, Ratingen und letztlich Düsseldorf verbinden würde.

„Wir müssen bei den Radwegen in Regionen denken“, so Tönnes. Beim Straßenbau sei das längst der Fall. Dagegen, so kritisiert der Ratinger Bürgermeisterkandidat der Grüne, habe Ratingen aktuell kein integriertes Mobilitätskonzept für die Stadt.

Von der Mintarder Brücke könnte der Radweg über den Parkplatz Auberg von der A52 weggeführt werden Richtung Kahlenbergsweg und weiter über Lintorf entlang der Eisenbahnstrecke nach Ratingen führen, so Tönnes. Immerhin solle der Radweg an der Fritz-Bauer-Straße (ehemals Blyth-Valley-Ring) jetzt ausgebaut werden.

Wann mit dem Bau der Brücke begonnen wird ist noch offen. Der Landtagsabgeordnete Mehrdad Mostofizadeh kann sich aber vorstellen, dass die Brücke in vier oder fünf Jahren fertig sein könnte.

„Für mich persönlich ist das zwar zu spät“, sagt Mostofzadeh, weil er als Essener Oberbürgermeister ab kommenden Jahr nicht mehr ständig zum Landtag nach Düsseldorf fahren müsse. Für die Region aber sei es wichtig. Und wenn der Radweg jetzt nicht gebaut würde, dann wohl die nächsten 50 Jahre nicht.

Foto: Michael Baaske

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