Grüne: Einheitliche Tarifzone mit Düsseldorf

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Ratingen. Die Ratinger Grünen beantragen eigene Regionale Tarifkonferenz. Martin Tönnes, Vorsitzender im neuen Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität, erläutert den Vorstoß: „Die Grünen aus Ratingen und Düsseldorf haben im Sommer den Vorschlag gemacht, eine städteübergreifende Tarifzone mit der Preisstufe A aus der Stadt Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und dem Rhein-Kreis-Neuss zu bilden.“ Die erheblichen Preissprünge bei den ÖPNV-Fahrten für die Ein- oder Auspendlerinnen mit dem Oberzentrum würden damit an den jeweiligen Stadtgrenzen entfallen. Gleichzeitig sei das Modell bei entsprechendem politischen Willen kurzfristig umsetzbar, weil es in das bestehende VRR-Tarifmodell integriert werden könne.

Die Mobilität der Menschen findet in weiten Teilen auf der regionalen Ebene statt, so die Grünen. Ratingen hat sich zum Beispiel bei den Arbeitsplätzen zu einer Einpendlerstadt entwickelt. Der Wirtschaftsstandort Ratingen würde von einer einheitlichen Tarifstufe A erheblich profitieren. Die Belastungen für Umwelt und Klima würden in der Gesamtregion durch eine Steigerung der ÖPNV-Nutzung reduziert. Im Unterschied dazu entsprechen Vorschläge für neue ÖPNV-Tarife, die am lokalen Kirchturm ausgerichtet sind und an der Stadtgrenze enden, sind nicht am Mobilitätsbedarf der Menschen ausgerichtet und sind mit erheblichem Aufwand bei Kosten und Verwaltung verbunden und tragen andererseits wenig zu einem wirksamen Umwelt- und Klimaschutz bei.

Christian Otto, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ergänzt: „Der VRR setzt mit dem Next-Ticket in einem Modellversuch auf einen entfernungsabhängigen Tarif, der allerdings die Nutzung einer Smartphone-App für jeden einzelnen Fahrgast, auch für gemeinsame fahrende Eheleute, voraussetzt.“ Zusätzlich werd im politischen Raum über eine Reihe weiterer Tarif-Ideen zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV debattiert: das 365-Euro-Ticket, das Bürger-Ticket, zwei Preisstufen von nur noch zwei und vier Euro pro Fahrt für den gesamten VRR-Raum, ein landesweit geltendes Netzticket für NRW.


Im neuen Ausschuss ergreifen die Grünen die Initiative und beantragen, die Stadtverwaltung möge mit dem Kreis Mettmann, der Stadt Düsseldorf, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und vielleicht weiteren angrenzenden Aufgabenträgern des ÖPNV eine Regionale Tarifkonferenz einsetzen. „Ziel ist die Erarbeitung kurzfristig umsetzbarer Tarif-Modelle für eine städteübergreifende Mobilität mit bezahlbaren Preisen“, so Martin Tönnes. 

Mit einer Regionalen Tarifkonferenz sollen mit den dafür gesetzlich zuständigen ÖPNV-Aufgabenträgern sowie dem für die Tarif- und Finanzierungsgestaltung zuständigen VRR solche kurzfristig umsetzbaren Tarifmodelle in einem interkommunalen Dialog abgestimmt werden. 

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