Großvereine beklagen Mitgliederschwund

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Lintorf/Ratingen. 32 große Sportvereine aus Nordrhein-Westfalen, darunter auch der TuS 08 Lintorf und der TV Ratingen, haben erneut ein Positionspapier zum Lockdown des Breitensports in Corona-Zeiten mit unterzeichnet. Das Papier haben sie auf sportlicher und politischer Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene verbreitet.

Dieses Positionspapier weist auf die besondere Situation von Großsportvereinen in der Corona-Pandemie hin. Die deutlich höheren Mitgliederverluste kombiniert mit den Risiken für insbesondere vereinseigene Sportanlagen und hauptberufliche Mitarbeiter erfordern aus Sicht der Vereine gezielte Maßnahmen zur Stützung der Großsportvereinsstrukturen. Die Lage spitzt sich zu: Im vergangenen Jahr haben die 32 Vereine fast 20.000 ihrer 166.644 Mitglieder verloren. Das sind fast zwölf Prozent. Die Tendenz ist ungebrochen.

Fünf Zuschussprogramme wünschen sich die Großvereine. Sie schlagen ein Sonderprogramm für Investitionen in innovative Sportangebote im Freien vor. Ein Betriebskostenzuschuss für vereinseigene Sportanlagen in Nordrhein-Westfalen ist ihr zweites Ziel. Weiterhin wünschen sie sich Zuschüsse für Neueintritte in diesem Jahr und die Förderung der hauptberuflichen Trainer. Wichtig wäre den Vereinen auch wissenschaftliche Erkenntnisse über den Sport mit der Pandemie. Dabei sollte zum Beispiel erforscht werden, wie wichtig ist Sport für das Immunsystem und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft ist, wie Sportler auf eine Corona-Erkrankung reagieren und ob der Sport ein Infektionsherd ist.

“Das Positionspapier bietet aus unserer Sicht eine gute Grundlage, um über konkrete und nachhaltige Unterstützung der Großvereine in den Dialog zu treten”, schreiben Detlev Czoske und Marion Weißhoff-Günther, Vorstandsvorsitzende des TuS 08 Lintorf und des TV Ratingen, an die Parteien im Stadtrat und an die Verwaltungsspitze.

Die beiden Sportfunktionäre hoffen, dass sie mit ihrem Positionspapier bei Kommunalpolitik und Stadtverwaltung Gehör finden. “Berücksichtigen Sie das Positionspapier bei Ihren weiteren Beratungen und bei Ihrer Vorgehensweise im Umgang mit der Corona-Krise”, appellieren Czoske und Weißhoff-Günther an sie.

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