Grillo: Zu Ostern ins Theater gehen

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Essen. Gefeuerte Manager auf Jobsuche, drei Schauspieler, die den Zombie-Film für die Festung Europa drehen möchten und ein freches Blumenmädchen, das qua Sprecherziehung zur feinen Dame werden soll. Das Osterprogramm am Schauspiel Essen hält für jeden Geschmack und jedes Alter das passende Stück parat.

Von österlicher Freude sind die Herrschaften, die am Samstagabend (15. April) ab 19:30 Uhr zum vorerst letzten Mal in Urs Widmers „Top Dogs“ die Bühne des Grillo-Theaters bevölkern, meilenweit entfernt: Kein Wunder, schließlich sind sie arbeitslos und hier in der „New Challenge Company“ mehr oder weniger freiwillig zusammengekommen, um sich als ehemalige Top-Manager wieder fit für die Arbeitswelt machen zu lassen. In Gesprächsrunden, Rollenspielen und Manöverkritiken sollen sie die Kränkung der Kündigung überwinden lernen und gleichzeitig die eigene „Freisetzung“ als reizvolle neue Möglichkeit zur Optimierung der eigenen beruflichen Laufbahn begreifen. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht dagegen ganz anders aus: Schrei- und Heulattacken, Nervenzusammenbrüche und gezielte Demütigen der anderen Kursteilnehmer lassen erkennen, dass sich hinter den Manager-Fassaden auch nur ganz normale Menschen mit Ängsten, Sehnsüchten und Träumen verbergen.

Was machen, wenn die Flüchtlinge kommen? Im Mittelpunkt von Christian Lollikes „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“, das am Ostersonntag ab 19 Uhr wieder in der Casa des Schauspiel Essen gezeigt wird, wollen drei höchst ambitionierte Schauspieler das Thema „Festung Europa“ mit den Mitteln eines Zombie-Films erzählen. Dass sie dabei sehr schnell an die Grenzen der Darstellbarkeit gelangen, verwundert kaum, denn wie soll man auch Empathie erzeugen für eine Horde lebender Toter, wo uns doch die Krisen in unseren Liebesbeziehungen mehr Gefühl abzuringen vermögen als jede sogenannte „Flüchtlingskrise“? Und wer sind hier eigentlich die Zombies? Diejenigen, die übers Meer oder die Balkanroute kommen, oder diejenigen, auf die Geflüchteten hier treffen?

Und wem am Ostermontag das Herz eher nach weltberühmten Musical-Melodien und einer anrührenden Geschichte steht, der sollte ab 19 Uhr in den roten Sesseln des Grillo-Theaters sitzen: Neben „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten bühn“, „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ und „Mein Gott, jetzt hat sie‘s“ gibt’s in Alan Jay Lerners und Frederick Loewes „My Fair Lady“ noch eine Liebesgeschichte der besonderen Art: Denn nachdem der Phonetiker Henry Higgins mit Oberst Pickering gewettet hat, aus dem derben, ungebildeten Blumenmädchen Eliza Doolittle binnen sechs Wochen eine feine Damen machen zu können, verbringen der Herr Professor und die freche Göre reichlich Zeit miteinander. Denn so wie Kleider Leute machen, macht es die Sprache doch noch viel mehr! Also wird erbarmungslos gepaukt und intoniert. Während Eliza dabei vom sozialen Aufstieg träumt, sieht der eingefleischte Junggeselle Higgins in ihr nur ein ideales Versuchsobjekt – und ignoriert vehement, dass ihm das rotzige Blumenmädchen eigentlich sehr gefällt …

Karten für alle drei Vorstellungen sind noch im TUP-Ticketcenter erhältlich, Telefon 0201/81 22-200, tickets@theater-essen.de oder über www.schauspiel-essen.de.

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