Grillo-Theater: Geschichte der Arbeiter als Oratorium

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Essen. Bei der nächsten Premiere steht das Spielzeitmotto des Schauspiels Essen „Wer zahlt die Zeche?“ im Zeichen eines experimentell-musikalischen Abends: Am Donnerstag, 10. Mai (Christi Himmelfahrt), geht erstmals die „Proletenpassion“ über die Bühne des Grillo-Theaters. Die historische Revue der Rockgruppe „Schmetterlinge“, die 1976 bei den Wiener Festwochen uraufgeführt wurde, zeichnet die sozialen Konflikte von den Bauernkriegen bis ins 20. Jahrhundert nach und stellt der Geschichte der Herrschenden eine Geschichte von unten entgegen. Die Texte dieses politischen Oratoriums stammen aus der Feder des kürzlich (am 12. Februar 2018) verstorbenen Autors Heinz Rudolf Unger. Für die Essener Inszenierung zeichnen Bernd Freytag und Mark Polscher verantwortlich, die die über 40 Jahre alte Ur-Fassung bearbeitet und durch eigene Texte ergänzt haben.

Schauspielintendant Christian Tombeil und sein Team haben die „Proletenpassion“ in den aktuellen Spielplan genommen, da im Dezember 2018 mit der Schließung des Bottroper Bergwerks Prosper Haniel im Ruhrgebiet eine Ära endet, die untrennbar auch mit der Geschichte der Arbeiter verbunden ist. Denn seit der Bergbau im 19. Jahrhundert industrialisiert wurde, erlebte die Region einen beispiellosen Boom. Und so ballte sich hier auch die neu entstehende Arbeiterklasse, hier sammelten sich die Massen, die Karl Marx als das Proletariat zum revolutionären Subjekt der Geschichte erklärte. Eine eigene proletarische Kultur entstand, die Kneipe, Kirmes und Kino genauso umfasste wie Sport und natürlich Politik: Streik, Wider- und Aufstand waren stets Teil dieser Kultur.

Neben den Schauspielern Henriette Hölzel, Lisan Lantin, Sven Seeburg, Rezo Tschchikwischwili und Silvia Weiskopf wirkt ein großer Laienchor mit. Ihm gehören Raphael Baronner, Kurt-Christian Brix, Finn Brüggemann, Analia Connena-Meier, Josef Dransfeld, Dincer Gucyeter, Sebastian Hartmann, Otto Hauptmann, Katja Hegemann, Anne Heyen, Jana Kather, Dominique Kielholz, Sabrina Kleeberger, Wilfried Kuhn, Petra Lachnicht, Peter Manns, Laura Meister, Vera Memmeler, Irmtraud Nüllmann-Hannig, Harald Rosanowski, Linus Twardon, Aless Wiesemann und Simone Zemelka an.

Die Premiere am 10. Mai ist bereits ausverkauft. Weitere Aufführungen sind am 16., 21. und 24. Mai. 

Kartenvorverkauf: Telefon 0201/81 22-200 oder auf der Internetseite des Schauspiels Essen.

 

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