Gretchen Dutschke liest in der Zentralbibliothek

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Duisburg. Gretchen Dutschke, Ehefrau von Rudi Dutschke, stellt am Mittwoch, 10. Oktober, 20 Uhr in der Zentralbibliothek im Stadtfenster an der Steinschen Gasse 26 in der Innenstadt, auf Einladung des Vereins für Literatur Duisburg, ihr Buch „1968. Worauf wir stolz sein können“ vor.Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Archiv für alternatives Schrifttum (AfaS), Duisburg angeboten. Die Moderation des Abends liegt bei Jürgen Bacia, Gründer und Leiter des AfaS. Der Eintritt zur Lesung kostet fünf Euro im Vorverkauf und sechs Euro an der Abendkasse. Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Sitzplatzkontingent erweitert. Eintrittskarten sind jetzt wieder während der Öffnungszeiten der Bibliothek an der Information des Stadtfensters erhältlich. Mitglieder des Vereins für Literatur und Kunst haben freien Eintritt.

Gretchen Dutschke ist gebürtige Amerikanerin und kam zum Studium nach Deutschland, wo sie 1964 Rudi Dutschke kennenlernte. Zusammen mit ihm, einem der führenden Sprecher der Studentenbewegung, hat sie den Aufbruch der 68er aktiv miterlebt. Nach dem Attentat, das Rudi Dutschke im April 1968 nur knapp überlebte, begann für das Paar eine jahrelange Odyssee durch Europa. Nach dem Tod ihres Mannes am Weihnachtsabend 1979 als Spätfolge des Attentats kehrte Gretchen Dutschke 1985 zunächst in die USA zurück.

Unter den aktuellen Neuerscheinungen zum historischen Jahr 1968 ist die Bilanz von Gretchen Dutschke eine der persönlichsten und der kritischsten. Persönlich, weil nicht nur die Sicht der Autorin, sondern auch ihre von heutiger Warte aus bisweilen bizarren Erlebnisse zum Tragen kommen. Kritisch, weil sie, obwohl mitten im Geschehen, immer die zwar sympathisierende, aber eben auch distanz-geprägte Sicht auf eine dann doch „fremde“ Gesellschaft behält. Auf dieser Grundlage gelingt es ihr, die bleibenden „Erfolge“, „Errungenschaften“, „Botschaften“ jener Zeit, die weit über das hinausgehen, was in der Zeit selbst im engeren Sinne politisch verhandelt wurde, in ihrem Buch zu vermitteln.

Foto: Lune Dutschke

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