Graf Recke Stiftung: Reihentests in Unterrath

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Wittlaer/Unterrath. 250 Personen hat die Graf Recke Stiftung seit dem 25. Mai in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Gesundheitsamt in ihren Unterrather Senioreneinrichtungen getestet. Nach der ersten Testreihe erhielten acht Mitarbeitende positive Testergebnisse, davon sieben in der stationären Einrichtung Zum Königshof sowie fünf Bewohner des Seniorenzentrums. Bei notwendig gewordenen Nachtestungen und ersten Testwiederholungen kamen nun vier bestätigte Infektionen hinzu, davon betroffen sind drei Bewohner der Unterrather Einrichtungen sowie eine Mitarbeiterin. Unterdessen ist eine Bewohnerin des Seniorenzentrums, die vergangene Woche positiv getestet worden war, verstorben. Einrichtungsleiter und Pandemiekoordinator Marek Leczycki betont, dass sich die Bewohnerin schon in der Palliativversorgung befand und nach Auskunft des behandelnden Arztes nicht infolge des Virus gestorben sei.

Die Zahlen in der Graf Recke Stiftung stellen sich nach den ersten Reihentests wie folgt dar: Insgesamt 27 Infektionen wurden bestätigt, acht der positiv getesteten Personen sind genesen, 18 noch infiziert. Eine Bewohnerin ist mit dem Coronavirus gestorben. Nach Auskunft des behandelnden Arztes war das Coronavirus nicht ursächlich, die Verstorbene befand sich bereits seit Längerem in der Palliativversorgung. „Wenn wir nicht anlasslos getestet hätten, wäre dieser Todesfall nicht in Verbindung mit dem Virus gebracht worden“, betont Pandemiekoordinator Leczycki.

Die Ende Mai mit dem Gesundheitsamt begonnenen Reihentests werden zusammen mit einem niedergelassenen Diagnostiklabor in den nächsten Wochen fortgeführt, ebenso werden sie in weiteren Senioreneinrichtungen und Wohnhäusern des Heilpädagogischen Verbunds aufgenommen. Durch die Kooperation mit dem Labor sind 1.000 Tests pro Tag möglich. „Die Ergebnisse liegen uns umgehend vor und wir können just in time reagieren“, erklärt Pandemiekoordinator Marek Leczycki. So habe man zuletzt in der Tagespflege eine positiv getestete Person sofort aus dem Alltagsgeschehen herausnehmen können und damit die anderen schützen können. „Das Konzept hat hier gut gegriffen“, sagt Leczycki, der vermutet, dass bei den weiteren Tests ähnlichen Ergebnisse wie ihn Unterrath zustande kommen: „Der erste Schritt ist immer der schwerste, weil wir da auf Zahlen kommen, die erschrecken können. Aber in dem Moment, in dem wir die infizierten Personen kennen, können wir unsere Maßnahmen noch viel gezielter anwenden und wir können das Infektionsgeschehen wirklich steuern.“

Das Seniorenzentrum Zum Königshof nimmt am heutigen Donnerstag die Quarantänestation in Betrieb, in der die positiv getesteten Bewohner aus allen Unterrather Einrichtungen zunächst verbleiben. Nachdem zuletzt 30 Prozent des Personals im Seniorenzentrum in Quarantäne geschickt worden war – sowohl die infizierten Personen als auch deren Kontaktpersonen –, können bereits heute zwölf Mitarbeitende an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Um in Quarantäne geschickte Mitarbeitenden für die Dauer ihres Ausfalls zu ersetzen, werden Kräfte einer Zeitarbeitsfirma sowie auch Mitarbeitende aus anderen Bereichen der Graf Recke Stiftung eingesetzt.Zum Schutze aller Beteiligten sind Angehörigenbesuche in den Unterrather Einrichtungen zurzeit noch nicht wieder möglich. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, bald wieder Fensterbesuche möglich zu machen, müssen dafür aber auch personell wieder ausreichend aufgestellt sein“, sagt Pandemiekoordinator Leczycki.

Foto: Graf Recke Stiftung

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