Goldsteins Traum vom Gelobten Land

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Düsseldorf. „Goldsteins Traum. Von Düsseldorf ins gelobte Land – eine fotografische Annäherung“ heißt die neue Sonderausstellung, die bis zum 13. Oktober in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29, zu sehen ist. Sie zeigt 99 Fotografien von Dr. Georg Goldstein. Die Schau ist in Kooperation mit dem Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e. V. an der Universität Duisburg-Essen entstanden.

Der 1898 im damaligen Russland geborene Arzt Dr. Georg Goldstein ist gerade einmal vier Jahre deutscher Staatsbürger, als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen. Am 16. Januar 1934 wird seine Einbürgerung zurückgenommen. Dem seit 1930 in Düsseldorf praktizierenden Internisten wird auch die Kassenzulassung entzogen. Als „Staatenloser“ ist er nun auf der Suche nach einer neuen Heimat. Als Zionist blickt er nach Palästina.

Georg Goldstein dokumentiert Berufliches und Privates gerne fotografisch. Das Medium der Fotografie fasziniert ihn. Auch seine Suche nach einer neuen Heimat hält er fotografisch fest. Dabei gelingen dem Autodidakten einige Aufnahmen von überraschend herausragender Qualität. Goldsteins Fotos zeigen den deutsch-jüdischen Blick auf das Leben und den Alltag in Palästina. Erst nur als Reisender, später als Bewohner des Landes dokumentiert er in privaten Fotos die Jahre bis zur Gründung des Staates Israel. Doch die politische Entwicklung macht ihn nicht glücklich. Ihm wird die wachsende Kluft zwischen seinem zionistischen Ideal und der Wirklichkeit des jüdischen Staates immer bewusster. Als Arzt beteiligt er sich an der Debatte um den richtigen Weg.

1953 kehrt er schließlich nach Düsseldorf zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1980 lebt. Seine Fotosammlung mit 11.000 Negativen und 4.000 Schwarz-Weiß-Aufnahmen schenkt seine Frau Ilse dem Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut.

Aus diesem reichen Foto- und Dokumentennachlass hat das Kuratorenteam aus Hildegard Jakobs und Andrea Ditchen von der Gedenkstätte sowie Thomas Ullrich vom Büro Ullrich 99 Fotografien ausgewählt, die als gerahmte Abzüge präsentiert werden. Ergänzt werden die Fotografien um Ausstellungstafeln, auf denen die Biografie Georg Goldsteins erläutert und mit Familienfotografien und Dokumenten illustriert wird. Digital bietet die Ausstellung zudem einen Einblick in Goldsteins frühe Fotografien aus seiner Düsseldorfer Zeit, unter anderem mit Bildern der Düsseldorfer Synagoge oder des Düsseldorfer Karnevals.

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister

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