Geschichte der Oberschlesischen Juden

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Hösel/Beuthen (Bytom). Die Kooperationserklärungen und Förderanträge sind unterzeichnet. Für die Stiftung Haus Oberschlesien und das Oberschlesische Landesmuseum (Hösel) steht ein neues internationales Projekt auf der Tagesordnung. Partner ist diesmal das Oberschlesische Museum in Beuthen/Bytom (Polen). Die Idee wurde während der letzten Reise nach Oberschlesien geboren, jetzt wird es konkret. Das Thema der Kooperation ist so spannend wie auch aktuell: Jüdisches Leben in Oberschlesien.

„Jüdische Spuren: Von der Synagoge zum Gebetshaus in Beuthen“ heißt der Arbeitstitel und steht für ein vielseitiges Projekt. In der Projektbeschreibung heißt es: Die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Beuthen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg besitzt eine symbolische Dimension und ist identisch mit dem Schicksal der oberschlesischen Juden. Sie ist reich an Ereignissen und zuweilen schwer und schmerzhaft. Die Geschichte der Gemeinschaft und der Einzelschicksale stellen in dem Vorhaben den Ausgangspunkt für den vertieften Versuch ihres Kennenlernens und des Bekanntmachens in Polen und im Ausland (Deutschland und Israel) dar, unter Jugendlichen und Erwachsenen. Das Projekt beinhaltet auch die Reflexion über das den nachfolgenden Generationen überlieferte kulturelle Erbe, sowohl das materielle als auch das immaterielle.

Neben einer wissenschaftlichen Konferenz soll es auch eine Ausstellung geben. Daneben wird jüdische Kultur in einem Film und durch Konzerte der Klezmermusik präsentiert. Auch in Hösel wird es Veranstaltungen geben.

„Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit. Sie unterstreicht die internationale Ausrichtung unseres Hauses und zeigt zudem, dass wir die Regionalpartnerschaft zwischen der Woiwodschaft Schlesien und Nordrhein-Westfalen im kulturellen Bereich und im Sinne der Verständigung mit Leben füllen“, zeigt sich Vorstandchef Sebastian Wladarz zufrieden.

Das Vorhaben erreicht aber, so meint Wladarz, eine weitreichendere Dimension. So habe der Landtag Nordrhein-Westfalen in seiner letzten Plenarsitzung die Landesregierung in einem Antrag beauftragt, „in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ Projekte in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln und zu fördern, um das Festjahr 2021 angemessen zu begehen.“

Die Kooperation der Höseler mit dem Beuthener Museum passe also gut in die Thematik, denkt der Ratinger Ratsherr, „deshalb bedanken wir uns bei den antragsstellenden Fraktionen sehr für die Initiative“. Die Geschichte des jüdischen Lebens in Oberschlesien sei sehr spannend und verdiene es, mehr beachtet zu werden. „Ziel des Projekts ist es, sie nicht nur in Polen und Deutschland, sondern auch in Israel selbst bekannter zu machen. Wir hoffen, dass wir hierbei auf Unterstützung unseres Patenlandes zählen können. Nordrhein-Westfalen hat durch das neuerdings eröffnete Verbindungsbüro in Tel Aviv ganz andere Möglichkeiten“, sagt der gebürtige Gleiwitzer. Ebenso wolle man beim Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster um Unterstützung anfragen. Und das kommt nicht von ungefähr, denn seine Mutter wurde in Laurahütte/Oberschlesien geboren.

Die neuste Kooperation ist für die Oberschlesier ein weiterer wichtiger Punkt in einer ambitionierten Planung für das Jahr 2021. Des Weiteren zeigt es, dass die anlässlich des 50. Stiftungsjubiläums formulierten Ziele, energisch angegangen werden, meint Sebastian Wladarz.

Foto: privat

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