Gemeinschaftsaktion weckt Verständnis für Demenzkranke

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Lintorf. Was geht in einem Menschen vor, wenn Kopf und Hände nicht mehr wie gewohnt zusammenarbeiten? Wie fühlt sich ein an Demenz Erkrankter, wenn er an seine persönlichen Grenzen stößt? Diesen Fragen gingen jetzt Schüler der Heinrich-Schmitz-Grundschule in Kooperation mit der AWO-Angerland und der Ratinger Demenzinitiative auf die Spur.

In der Sporthalle vom Schulzentrum wurde ein sogenannter Demenzparcours aufgebaut. Dieser wurde vor einiger Zeit von einem Remscheider Psychologiestudenten entwickelt, um Angehörigen und Pflegekräften einmal einen anderen Blick aus einer anderen Perspektive in die Gefühlswelt der Demenzerkrankten zu ermöglichen. Denn für sie ist es nicht immer einfach, immer geduldig und verständnisvoll zu reagieren. „Wenn den Erkrankten Personen aus dem Umfeld mit Ungeduld und Unverständnis entgegenkommen, ist die Frustrationsgrenze schnell erreicht. Mit der Demonstration einzelner Situationen im Rahmen des Demenzparcours versuchen wir, mehr Verständnis für ihr Handeln zu wecken“, erklärte Gina Kuypers von der Ratinger Demenzinitiative.

Bei dementen Personen gilt es, möglichst immer nur eine Sache nach der anderen zu erledigen. Der Parcours soll die Reizüberflutung demonstrieren, der auf sie einströmt, wenn mehrere Sachen auf einmal gemacht werden müssen. An unterschiedlichen Stationen galt es, aus Alltagssituationen abgeleitete Aufgaben zu erledigen, um zu simulieren, wie sich eine demente Person fühlt, wenn das Gehirn nicht so richtig mitspielt. So musste beispielsweise eine Kittelschürze zugeknöpft werden während dabei bis 36 gezählt werden sollte und Handschuhe getragen werden müssen. Oder sie mussten einen Ball fangen, dabei Begriffe aufsagen, die sie sich vorher merken sollten. Um die Aufgabe zu erschweren, trugen sie dabei Spezialbrillen, die das Sichtfeld einschränkten. Eine weitere Aktion war, einen Gegenstand mit einem Löffel von einer Schale in eine nächste zu transportieren, und dabei alles nur durch einen Spiegel zu beobachten. Diese und noch weitere Aufgaben schienen auf den ersten Blick eigentlich ganz einfach, aber Schüler und Senioren wurden schnell eines Besseren belehrt.

Foto: privat

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