Geld für die Westbahnstrecke

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Lintorf/Düsseldorf. Das Landes-Verkehrsministerium fördert aktuelle Planungen zur Westbahn mit sieben Millionen Euro. „Dies ist eine wirklich gute Nachricht“, sagt Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch. Die Förderentscheidung zeigt, dass die beteiligten Städte Düsseldorf, Duisburg und Ratingen, der Kreis Mettmann und der VRR richtig mit ihrer gemeinsamen Entscheidung lagen, die Planungen für die Westbahn voranzutreiben.

„Das ist ein großer Schritt nach vorne für die Westbahn“, kommentieren der Ratinger CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Heins und der CDU-Kreisvorsitzende Jan Heinisch. Die Landesregierung hat insgesamt 22,5 Millionen Euro bereitgestellt, um die Planung von Schienenprojekten zu beschleunigen. Damit werden landesweit 25 Projekte gefördert, darunter auch die Westbahnstrecke von Duisburg über Lintorf nach Düsseldorf.

Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des VRR, die 2019 vorgelegt wurde, bescheinigte der Reaktivierung der Weststrecke, dass sie baulich machbar, bezahlbar und volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Doch obwohl der hohe Kosten-Nutzen-Indikator klar war, mussten die Partner ungewöhnliche Wege beschreiten, um das Großprojekt voranzubringen. Denn die Deutsche Bahn AG, die an dieser Stelle eigentlich die Planungen übernehmen müsste, hat dafür keine Kapazitäten. So gründeten die drei Städte, der Kreis Mettmann und der VRR einen Lenkungskreis, der die nächsten Planungsschritte anstelle der Bahn durchführt. Der Rat der Stadt Ratingen stellte dafür im Mai 2020 knapp 400.000 Euro zur Verfügung, ein Zehntel der Gesamtkosten für die ersten beiden Planungs-Leistungsphasen.

Mit diesem Schritt verbunden war die Hoffnung, dass das Land das Projekt unterstützen werde. Dies ist nun geschehen. Aus einem neuen Fördertopf für „Vorratsplanung“ erhält die Weststrecke fast ein Drittel und ist damit das in dieser Runde höchstgeförderte Projekt.

Hintergrund ist, dass das Land Planungen für wichtige Schienen- und Stadtbahnprojekte „auf Vorrat“ so weit voranbringen möchte, dass sie in dem Moment, in dem sich die Realisierung konkretisiert, eine Chance auf Förderung mit Bundesmitteln haben. Denn eine solche Förderung ist daran gebunden, dass eine abgeschlossenr Planung vorliegt.

Dass dieser Moment bei der Westbahn noch ein wenig in der Zukunft liegt, ist allen Beteiligten klar, denn der Bau des notwendigen dritten Gleises kann erst beginnen, wenn der RRX-Ausbau auf der Hauptstrecke Düsseldorf-Duisburg abgeschlossen ist. Das soll nach 2028 der Fall sein.

Die Zuschüsse erleichtern nicht nur die bereits fest vereinbarten Planungsschritte, sondern ermöglichen auch die Erstellung einer so genannten Betriebsprogrammstudie für den S-Bahn-Knotenpunkt Düsseldorf-Hauptbahnhof gemeinsam mit der Weststrecke. In einer solchen Studie wird untersucht, unter welchen betrieblichen Voraussetzungen das S-Bahn-Netz der Zukunft im Großraum Düsseldorf funktioniert. Die Konzeption dieses Netzes ist beim VRR bereits in Arbeit.

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