Gedenktafel für Karlrobert Kreiten enthüllt

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Düsseldorf. Zur Erinnerung an den von den Nationalsozialisten ermordeten Düsseldorfer Ausnahmepianisten Karlrobert Kreiten (1916-1943) hat Kulturdezernent Hans-Georg Lohe jetzt eine Gedenktafel auf dem Südfriedhof enthüllt. Auf Anregung einer Bürgerin hatte sich der Kulturausschuss im Frühling 2019 einstimmig für eine solche Tafel entschieden.

Kreiten, der in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee getötet wurde, hat kein Grab. Bei dem Grab, an dem nun die Tafel installiert wurde, handelt es sich um die Familiengrabstätte, in der auch der Vater Theo Kreiten bestattet liegt. Bei der Enthüllung sprachen der Literaturwissenschaftler Professor Manfred Windfuhr sowie der Düsseldorfer Musikwissenschaftler Karsten Lehl. Anwesend waren auch der Neffe von Karlrobert Kreiten, Gilbert von Studnitz (Kalifornien/USA), mit seiner Familie sowie Musiker des Orchesters der Landesregierung.

Zum historischen Hintergrund
Karlrobert Kreiten war 1916 in Bonn in eine Musikerfamilie geboren worden, die schon ein Jahr darauf nach Düsseldorf umzog. Der Heranwachsende, der bereits im Alter von zehn Jahren ein Klavierkonzert in der Tonhalle gab, entpuppte sich als Ausnahmetalent. Er studierte in Köln, lebte dann in Wien und ab 1937 in Berlin. Am 3. Mai 1943 wurde er in Heidelberg auf einer Konzertreise von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet – wegen regimekritischer Äußerungen. Nach vier Monaten Haft kam es zum Prozess vor dem berüchtigten Volksgerichtshof. Der Vorsitzende Richter und Präsident Roland Freisler verurteilte Kreiten wegen angeblicher „Wehrkraftzersetzung“ am 3. September 1943 zum Tode. Karlrobert Kreiten wurde am 7. September 1943 in der Hinrichtungsstätte des Gefängnisses Berlin-Plötzensee erhängt. Zahlreiche Büsten, Tafeln und „Stolpersteine“ sowie Bücher, Preise, Konzerte und CDs erinnern – auch in Düsseldorf – an den jungen Pianisten.

Enthüllten die Gedenktafel für Karlrobert Kreiten: Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (links) und der Neffe des Ausnahmepianisten, Gilbert von Studnitz (Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Wilfried Meyer)

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