Fliedner: Modellprojekt „Familiale Pflege“ startet

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Lintorf. Das Fliedner Krankenhaus verbessert mit dem Projekt „Familiale Pflege“ den Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Pflege. Ermöglicht wird das Modellprojekt der Universität Bielefeld für Mitglieder aller Krankenkassen von der AOK Rheinland/Hamburg. Jetzt findet der erste Gesprächskreis statt. Am 12. Mai, dem weltweiten Tag der Pflege, geben Pflegeexperten ihr Wissen weiter und laden Betroffene sowie Interessierte ein. Der erste kostenlose Gesprächskreis findet am Donnerstag, 12. Mai, um 18 Uhr im Festsaal des Fliedner Krankenhauses statt. Thema ist „Unser alt werden und mein Alter in der Rolle als Angehöriger“. Um telefonische Anmeldung bei Christina Schönauer, Telefon 02102/303-301, wird gebeten.

Die Pflegebedürftigkeit trifft Angehörige und Pflegebedürftige oft plötzlich und unerwartet. Meist müssen noch während des Aufenthaltes im Krankenhaus wichtige Entscheidungen getroffen werden, die sich auf den Alltag der Angehörigen auswirken. „Überforderung und Erschöpfung können die Folgen sein“, weiß Dr. Mirko Bibl. Der Ärztliche Direktor am Fliedner Krankenhaus Ratingen freut sich daher, dass man mit dem Projekt „Familiale Pflege“ Betroffenen auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus zur Seite stehen könne. Bis zu sechs Wochen hilft Pflegetrainer Frank Görgen Angehörigen von Pflegebedürftigen dabei, ein sicheres Netzwerk aufzubauen. „Zum Beispiel prüfen wir, ob es zuhause Stolperfallen gibt oder überlegen, welche weiteren Hilfsmittel nötig sind.“ Speziell bei der Bestellung von Pflegehilfsmitteln tun sich Angehörige alleine oft schwer.

Die Finanzierung des Projektes übernimmt die AOK Rheinland/Hamburg nicht nur für eigene, sondern für Mitglieder aller Kassen. Voraussetzung ist die beantragte Pflegestufe. Im Fokus steht bei dem Modellprojekt der Universität Bielefeld, das mittlerweile an über 400 Krankenhäusern in Nordrhein Westfalen durchgeführt wird, auch die Gesundheit der Angehörigen. „Ich zeige, wie man rückenschonend einen Menschen in den Rollstuhl setzt“, so Frank Görgen. Klar sei, dass man keinen Ersatz für die ambulante Pflege ausbilden wolle. „Wir üben mit den Angehörigen Handgriffe, die den Alltag erleichtern und helfen bei Problemen, die sich vielleicht erst in den ersten Wochen zuhause ergeben“, betont Kirsten Heller, Mitarbeiterin der Familialen Pflege am Fliedner Krankenhaus Ratingen. Das passiert auch in den Informationskursen, zu denen nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch Interessierte eingeladen sind.

Foto: Diakonie

 

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