Fliedner-Krankenhaus: Immer mehr Depressionen

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Lintorf. In den letzten fünf Jahren hat die Zahl der behandelten Depressionen im Fliedner-Krankenhaus deutlich zugenommen. Auffällig ist die steigende Zahl an schweren Depressiven Erkrankungen im Verhältnis zu leichten und mittelgradigen Störungen. Zum internationalen Depressionstag, der jährlich am 1. Oktober stattfindet, hebt Chefarzt Mirko Bibl hervor: „Eine Zunahme depressiver Erkrankungen ist sicherlich bedenklich. Höhere Fallzahlen bedeuten aber immer auch eine Zunahme anerkannter Erkrankungen sowie eine Zunahme der Bereitschaft, sich in Behandlung zu begeben.“ Dies sei prinzipiell eine positive Botschaft – auch wenn die Gesellschaft in Sachen Depressionsaufklärung noch immer einen  großen gesellschaftlichen Aufholbedarf habe.

Depression gilt als verborgene Volkskrankheit. Europaweit, so schätzen Experten der European Depression Association (EDA), sind etwa 50 Millionen Menschen mindestens ein Mal in ihrem Leben von einer depressiven Erkrankung betroffen. Von geschätzt knapp vier Millionen erkrankten Deutschen erhält lediglich ein Drittel professionelle Hilfe. Um Unwissen, Vorurteile und Stigmata abzubauen, die oft professionelle Hilfe vermeiden, hat die EDA im Jahr 2004 den ersten Oktober als Europäischen Depressionstag ins Leben gerufen.

Zu diesem Anlass veröffentlicht das Fliedner Krankenhaus die Zahlen der behandelten Depressionen in den letzten fünf Jahren. Der deutlich zu erkennende Trend: Insgesamt nimmt die Zahl der behandelten Depressionen deutlich zu. Seit 2010 werden zudem mehr wiederkehrende Depressionen behandelt, als Neudiagnosen getroffen, wobei in beiden Fällen eine steigende Tendenz zu beobachten ist. Bedenklich sei vor allem die Zunahme schwerer und wiederkehrender depressiver Episoden, so Chefarzt Bibl.

Die Zunahme der Fallzahlen lässt aber ebenso auf eine positive Entwicklung schließen, so Bibl: „In den vergangenen Jahren konnten wir in der Aufklärung zu psychischen Erkrankungen bereits einiges erreichen. Mehr behandelte depressive Erkrankungen bedeutet auch eine Zunahme des Krankheitsbewusstseins und ein Abbau von Stigmata.“ Dennoch sei hier noch deutlicher Aufholbedarf: „Entstigmatisierung von Depression ist nach wie vor eine Aufgabe, die nur die Gesellschaft als ganze lösen kann. Über Offenheit, Aufklärung und dem Bewusstsein dafür, dass Depressionen zwar ernstzunehmende, aber dennoch prinzipiell gut behandelbare Erkrankungen sind.“

www.krankenhaus.fliedner.de

Foto: Fliedner Krankenhaus

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