Fliedner erweitert Behandlungsangebot

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Lintorf. Am Fliedner Krankenhaus wird das Behandlungsangebot für Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer psychischen Erkrankungen ausgebaut. Zwölf reguläre stationäre Behandlungsplätze sowie zwei Behandlungsplätze für Notfälle stehen ab November zur Verfügung. Es gibt ein überregionales Versorgungsdefizit.

Modern und dringend benötigt kommt die neue Station für Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer psychischen Erkrankung in Ratingen daher. „Es gibt ein klares Versorgungsdefizit, dem wir etwas entgegensetzen wollen“, erklärt Claudia Gärtner, mitverantwortlich für das im November eröffnende Angebot. Allein in Deutschland gebe es bis zu 200.000 psychisch stark auffällige Menschen mit einer geistigen Behinderung, denen oft der Zugang zu fachkompetenter Versorgung fehlt. „Denn dem gegenüber stehen nur ca. 500 stationäre Behandlungsplätze deutschlandweit, daher wird unser Angebot überregional nachgefragt werden.“

Zwölf weitere stationäre und zwei Notfall-Plätze entstehen nun am Fliedner Krankenhaus. Dort werden neben einer umfangreichen Diagnostik und einer medikamentösen Behandlung auch diverse Therapien und Trainings angeboten. Das Angebot ab November – Anfragen werden bereits entgegengenommen – ist die notwendige Ergänzung des Fliedner Krankenhauses zum schon seit sechs Jahren bestehenden ambulanten Angebot der Psychiatrischen Institutsambulanz für Menschen mit einer geistigen Behinderung.

„Menschen mit geistigen Behinderungen haben ebenso Nöte, Ängste oder Konflikte, die sie bewegen und können darunter leiden“, sagt Sven Einwächter, Oberarzt der Spezialstation. Oft seien viele der auffallenden Verhaltensweisen Ausdruck seelischen Leids und in ihrer Diagnostik und ihrem Verlauf nicht vergleichbar mit Menschen ohne eine geistige Behinderung. Das Team der Abteilung ist daher interdisziplinär mit Fachkräften verschiedenster Spezialisierungen besetzt. Eine wichtige Aufgabe haben dabei insbesondere die Pflegekräfte. Das Team um Bereichsleitung Anke Draszba ist ständige Ansprech- und Bezugsperson für die Patient:innen als halt- und sicherheitsgebender Faktor. Auch pädagogische Aufgaben müssen im Stationsalltag von der Pflege bewältigt werden. Darum ist die Fachkrankenschwester für Psychiatrie froh, erfahrene Heilerziehungspfleger:innen in ihrem Team zu haben.

Das Fliedner Krankenhaus bietet mit der neuen Spezialstation somit ein individuell auf die Besonderheiten und Bedürfnisse zugeschnittenes Behandlungssetting. Ziele sind: Die Behandlung, Bewältigung und Förderung mit den Menschen zusammen, damit sie erfolgreich in das gewohnte Umfeld zurückkommen können. Seelische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Menschen entsprechend ihren Fähig- und Möglichkeiten selbstbestimmt am Leben teilnehmen können. So formuliert und fordert es auch die UN-Behindertenrechtskonvention seit 2008 von den unterzeichnenden Staaten, zu denen auch die Bundesrepublik Deutschland gehört: Das Recht von Menschen mit Behinderung auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ohne Diskriminierung aufgrund von Behinderung und die Gewährleistung des Zugangs zu Gesundheitsleistungen, die von Menschen mit Behinderungen speziell wegen ihrer Behinderung benötigt werden, einschließlich gesundheitlicher Rehabilitation ist bindendes Recht. Zumindest in Ratingen und dem Kreis Mettmann ist man diesem Vorhaben einen Schritt näher gekommen.

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