Filmreihe: „Tschechoslowakische Neue Welle“

Werbung

Düsseldorf. Die tschechoslowakische Neue Welle (Nová Vlna) – auch umschrieben als „Filme des Prager Frühlings“ – bezeichnet die Filmproduktion der sogenannten Tauwetter-Phase der 1960er Jahre. Diese Phase bedeutete nicht nur Freiheiten des alltäglichen Lebens, ebenso erhofften sich Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, frei und ohne große Rücksicht auf Vorschriften der Partei tätig zu sein. Mit der Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahr 1968 fand diese Welle ihren Endpunkt. Das Filmmuseum zeigt von Dienstag, 6. November, bis Donnerstag, 29. November, in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum Berlin einen Querschnitt dieser Epoche.

Die Nová Vlna war keine einheitliche Bewegung und es existierte kein verbindendes Manifest. Es herrschte einzig eine Haltung: Alle Regisseurinnen und Regisseure vereinte der Anspruch, die sozial-realistische Filmproduktion der 1950er Jahre abzulösen, die vor allem eine erzieherische Funktion hatte, weder Heldinnen und Helden kannte, noch mit der Realität verhaftet war oder eine eigene Filmsprache entwickelt hatte. In einer ersten Welle realisierten bereits etablierte Filmemacherinnen und -macher Produktionen, die ihre neuen Ansichten spiegelten. Die zweite und eigentliche neue Welle begann kurz darauf mit jungen Frauen und Männern, die ihre Ausbildung soeben an der staatlichen Filmhochschule FAMU absolviert hatten, also in einer Zeit, in der nicht nur die Filmproduktion ohne Einschränkungen durch die Zensur agieren konnte, sondern auch die Lehre von freiheitlichen Ideen geprägt war.

So kann man den Filmen des Prager Frühlings den Einfluss vom italienischen „Neorealismus“, der französischen „Nouvelle Vague“, des „Cinéma Vérité“ und anderen Strömungen ablesen. Viele dieser in den 1960er Jahren gedrehten Filme wurden nach Niederschlagung des Prager Frühlings ab 1968 verboten, erst Jahre später mit Verzögerung in die Kinos gebracht und nachträglich gewürdigt.

Foto: Stadt Düsseldorf

Werbung