Fantasiereise in ungewöhnlicher Zeit

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Ratingen. „Durch Lesen kann man wunderbare Dinge erleben und neue Erfahrungen machen, die zurzeit durch das Corona-Virus im wirklichen Leben nicht möglich sind“, sagt Meike Paprotta-Kübler. Die ehemalige Deutschlehrerin und jetzt Referentin in der Landesregierung hat darum gemeinsam mit ihrem Mann Frank Kübler die Aktion „Ratinger Online-Vorlesestunde“ ins Leben gerufen. Dafür haben die beiden die unterschiedlichsten Ratinger mobilisiert, damit diese mit ihrer Stimme ihre Mitmenschen in dieser für alle ungewöhnlichen Zeit auf andere Gedanken bringen und sie mit auf eine Fantasiereise nehmen. Die Vorleser haben sich „ihre“ Bücher selber ausgesucht, Bücher die sie besonders gerne mögen oder die für sie eine besondere Bedeutung haben.

15 bis 25 Minuten dauert eine Lesung, die die Teilnehmer selber als Video aufnehmen oder als Audiodatei, die anschließend mit Fotos unterlegt wird. Jede Lesung beginnt mit einer kurzen Vorstellung des Vorlesers und des Buches. Bei technischen Problemen unterstützen Paprotta-Kübler und ihr Mann. Die beiden laden drei Mal die Woche einen Beitrag auf der Facebook–Seite „Ratinger Online-Vorlesestunde“ hoch. Jeweils dienstags, donnerstags und samstags gibt es ab 13 Uhr eine neue Geschichte. Vom Kinder- und Jugendbuch bis zum Krimi oder der verträumten Liebesgeschichte ist vieles dabei.

Den Anfang hat bereits die langjährige Grundschullehrerin Marie-Luise Leyendecker gemacht, die aus „Die Insel der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs liest. Am gestrigen Donnerstag folgte Eva Müskens (ehemalige Direktorin der Anne-Frank-Schule) mit dem Beethoven-Krimi „Der Tugendmord“, und am Samstag gibt es „Hiob“ von Joseph Roth, gelesen von Martina Heintzenberg (Lektorin aus St. Peter und Paul). Mittlerweile gibt es Beiträge für rund fünf Wochen. Wer noch Lust hat, kann sich melden unter meike.paprotta@online-vorlesestunde.de.

Als Konkurrenz zur Märchen- Vorleseaktion des Karnevalsausschusses sehen Paprotta-Kübler und ihr Mann sich nicht. „Im Gegenteil. Es ist schön, dass in Ratingen so viel läuft. Wir wollen doch alle, dass wir gut durch diese Zeit kommen“, so die Initiatorin. Es gäbe auch Leser, die sich bei beiden Aktionen beteiligten.

„Wir möchte keinen abgeschlossenen Texte, sondern nur Auszüge, die Lust auf das ganze Buch machen, quasi als Appetitanreger“, sagt Paprotta-Kübler. Mit der Aktion soll zusätzlich auch Werbung für die Ratinger Buchhandlungen gemachten werden.

Foto: privat

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