Evangelische Gemeinde gewährt Kirchenasyl

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Ratingen. Die Evangelische Kirchengemeinde Ratingen gewährt einer jungen Familie aus dem Iran Kirchenasyl. Nach eingehender fachlicher Prüfung ihrer Situation hat sich das Presbyterium der Kirchengemeinde zu diesem Schritt entschlossen. Damit soll die Abschiebung letztlich zurück in den Iran und die dort zu erwartenden Sanktionen gegen die Familie, wie Haft und Verschleppung, verhindert und ein Asylverfahren in Deutschland ermöglicht werden. 

Ein Kirchenasyl stellt die zeitlich befristete Aufnahme von Flüchtlingen in kirchlichen Räumlichkeiten dar, deren Abschiebung oder Überstellung in ein anderes Land voraussichtlich eine Gefahr für deren Leben oder Menschenrechtsverletzungen zur Folge hätten. Ein Kirchenasyl hat das Ziel, den Fall noch einmal wegen besonderer Härte zu prüfen oder den Eintritt Deutschlands in das Asylverfahren zu ermöglichen, eine Neuaufnahme des Verfahrens zu erreichen oder eine geordnete Rückkehr zu organisieren. Im Falle des Ratinger Kirchenasyls ist ersteres der Fall. Dazu wird ein Härtefall-Dossier erstellt, in dem die persönliche Härte für die Betroffenen nochmals dargestellt wird. Das Dossier wird dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Entscheidung vorgelegt.

„Wir treten als Presbyterium mit dem Asyl in der Kirchengemeinde für eine Familie mit einem minderjährigen Kind ein, deren Abschiebung eine Gefährdung für Leib und Leben und ihre Freiheit bedeutete. Das rechtfertigt unseren Beschluss“, erklärt Jürgen Lindemann, der Presbyteriums-Vorsitzende der Evangelischen Kirchengemeinde Ratingen.

„Ich unterstütze die Evangelische Kirchengemeinde in dieser Entscheidung. Sie ist getroffen worden nach sorgfältigem und gewissenhaftem Prüfen der Sachlage und zeigt uns, wie konkret die Worte Jesu werden können:  Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan (Matthäus 25, Vers 40)“, sagt Pfarrer Frank Weber, Superintendent des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann.

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