Erika Münster-Schröer: Historikerin aus Leidenschaft

Werbung

Ratingen. Nach 31 Jahren in Diensten der Stadt verabschiedete sich die Stadtarchivarin und Leiterin der Stadtbibliothek, Erika Münster-Schröer, in den Ruhestand. Bürgermeister Klaus Pesch dankte ihr für ihre in vielfacher Hinsicht wegweisende und engagierte Arbeit. Die beiden Stellen (Leitung Stadtarchiv und Leitung Stadtbibliothek) werden wieder getrennt besetzt.

„Durch akribische Spurensuche haben Sie wichtige Aspekte der Ratinger Stadtgeschichte aufgehellt. Die Spuren, die Sie durch Ihre Arbeit hinterlassen, muss man nicht lange suchen. Sie sind für alle leicht auffindbar“, sagte Pesch bei der Verabschiedung der Historikerin im Rathaus.

Dazu reicht ein Blick auf die Liste ihrer Publikationen, die rund 70 Positionen umfasst – vom Aufsatz in der Quecke oder in der Werkreihe „Ratinger Forum“ über Monografien zu historischen Spezialthemen bis hin zum stadtgeschichtlichen Überblickswerk „Ratingen. Geschichte 1780 bis 1975“, das sie mit fünf weiteren Autoren im Jahr 2000 verfasste. So unterschiedlich die Formate, so vielfältig waren auch die Themen, über die sie schrieb. Es gibt aber auch deutliche Schwerpunkte, etwa die Geschichte der Frauen, die Geschichte der Juden und die Hexenverfolgung – mit ohne Ratinger Bezug.

Außer den Schriften bleibt aber auch eine Reihe von Innovationen und Projekten in beiden städtischen Einrichtungen mit ihrem Namen verbunden: die Übernahme und Aufarbeitung des Fotoarchivs Klöckner und des Filmarchivs Kürten und in der Bibliothek die Einführung der Onleihe und der RFID-Technik, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Erika Münster-Schröer schloss ihr Studium mit dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien im Jahr 1982 ab. Es war keine gute Zeit für angehende Lehrer, vor allem nicht in den Fächern Deutsch und Geschichte. Sie arbeitete ein paar Jahre an Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen der Region, bevor sie in einem befristeten Projekt zur Geschichte der Frauen 1989 zur Stadt Ratingen kam. Nach dem Projekt kam eine unbefristete Einstellung, und 1995 wurde ihr die Leitung des Stadtarchivs übertragen. 2007 übernahm sie zusätzlich die Leitung der Stadtbibliothek.

„Als heimathistorisch interessierter Mensch fand ich es immer wieder inspirierend, Frau Dr. Münster-Schröer zuzuhören, wenn sie mit ihrer großen Kenntnis und beruflichen Leidenschaft Aspekte Ratinger Geschichte erläuterte“, sagte Bürgermeister Pesch. Darauf wird er vielleicht auch in Zukunft nicht verzichten müssen, denn Münster-Schröer bleibt Ratingen, schon durch ihre Mitgliedschaft im Heimatverein verbunden. Und zur Stadtgeschichte gibt es immer zu forschen und zu publizieren, was aufgrund ihrer beruflichen Doppelaufgabe in den letzten Jahren ein wenig zu kurz kam.

Foto: Stadt Ratingen

Werbung