Energiewende: Wo findet die statt?

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Lintorf/Krefeld. Die Energiewende ist gerade in diesen Tagen der Sondierungsgespräche in Berlin in aller Munde. Doch wo findet sie statt? In Lintorf sieht man davon wenig bis gar nichts. Die Redaktion des Lintorfers machte sich Donnerstagabend auf den Weg, die Energiewende zu suchen: in Krefeld-Uerdingen.

Viele verbinden mit der Energiewende, dass die Kernkraftwerke in Deutschland bis 2022 abgeschaltet werden. In den vergangenen Wochen ist in den politischen Diskussionen der vollständige Ausstieg aus der Braunkohleverstromung hinzugekommen. Elektromobilität, Windkraft- und Fotovoltaikanlagen und der Ausbau der Stromnetze werden ebenfalls mit der Energiewende verbunden.

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Tagtäglich arbeiten in Deutschland viele Menschen an der Verwirklichung der Energiewende. Zuletzt konnten die Lintorfer es 2015 beobachten, als der Übertragungsnetzbetreiber Amprion seine Freileitung im Lintorfer Norden erneuerte.

In der vergangenen Woche tauschte das Dortmunder Unternehmen einen Transformator in der Umspannanlage Uerdingen in zwei nächtlichen Transporten aus, um die Anlage fit zu machen für die sich verändernden Anforderungen in der Energiewende. In der ersten Nacht wurde der alte Trafo zum Hafen Krefeld gebracht, von wo aus er mit der Bahn zur Verschrottung gefahren wird.

In der darauf folgenden Nacht wurde der neue Trafo, 168 Tonnen schwer, mit einem knapp 40 Meter langen Schwertransporter vom Hafen nach Uerdingen gebracht. Etwa anderthalb Stunden dauerte der Transport über die knapp zehn Kilometer lange Strecke, der kurz nach Mitternacht begonnen hatte. Manch Autofahrer musste trotz der nächtlichen Stunde der Energiewende die Vorfahrt lassen.

Doch der Trafotransport war nicht der einzige Schwertransport, der in dieser Nacht am Krefelder Hafen aufbrach. Zahlreiche Lastwagen, beladen mit Bauteilen für Windkraftanlagen, machten sich auf den Weg ins Sauerland. Auch sie wurden alle ebenso von der Polizei begleitet wie der Trafotransport.

Nur eine von vielen Nächten, in denen viele Menschen auf deutschen Straßen unterwegs sind für die Energiewende. Und kaum einer bekommt es mit, außer er zockelt mit seinem Auto auf der Straße hinter einem Schwertranporter her.

 

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