Eltern gegen Schließung der Realschule

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Lintorf. Am vergangenen Dienstag berichtete der Lintorfer, dass die Ratinger SPD am Standort des Lintorfer Schulzentrums eine zweite Gesamtschule errichten möchte (Gesamtschule oder Gymnasium und Realschule?). Die einer zweiten Gesamtschule lehnen die Eltern der Realschule nicht grundsätzlich ab. Die Schulpflegschaft der Käthe-Kollwitz-Realschule (KKS) spricht sich aber in einer Stellungnahme deutlich für den Erhalt der Realschule und des gesamten Schulzentrums Lintorf aus. Wir drucken die Stellungnahme hier vollständig im Wortlaut ab.

Stellungnahme der Elternpflegschaft der Käthe-Kollwitz-Realschule:

 „Bildung ist … nicht nur im Wahlkampf ein Schlüsselthema. Und Bildung ist der Schlüssel für Teilhabe und gesellschaftlichen Erfolg. Dazu gehört eine ausreichende und gut ausgestattete Schullandschaft, die das Elternwahlrecht berücksichtigt und allen Kindern passende Chancen und Förderung bietet.“

Dem schließt sich die Schulpflegschaft der Käthe-Kollwitz-Realschule voll an. Jedoch kann dies nicht durch die Schließung des Schulzentrums in Lintorf oder den Umzug des Hauptstandortes der Käthe-Kollwitz-Realschule erfolgen.

Die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler haben sich ganz bewusst für die Schulen an den jeweiligen Standorten entschieden. Die einen für das Kopernikus Gymnasium die anderen für die Dependance der Käthe-Kollwitz-Realschule in Lintorf. Wiederum andere Eltern bevorzugen den Hauptstandort der KKS in Ratingen-West. 

Jüngste Unterhaltungen mit den Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Realschule haben ergeben, dass diese mit der Schule höchst zufrieden sind. Dies hat viele Gründe. Unter anderem der, dass die KKS mit ihrer Leitung, dem pädagogischem und nicht pädagogischem Personal sympathisch und engagiert auf nahezu alle Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen versucht und somit einzelne nicht auf der Strecke bleiben.

Die Klassengrößen wurden in einem angemessenen Rahmen zukunftsorientiert geplant.

Die beiden Standorte der Käthe-Kollwitz-Realschule sind für die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler sehr gut zu erreichen.

Die Schließung des Hauptstandortes West hätte unter anderem eine große Umstellung für die Schülerinnen und Schüler zur Folge. Dadurch, dass ein sehr großer Teil der Schülerinnen und Schüler auch im Umfeld des entsprechenden Standortes ihren Lebensmittelpunkt haben, wäre dies ein massiver Einschnitt, beispielsweise in die Selbstständigkeit der Schüler der Sekundarstufe 1.

Schon die Jüngsten können ihren Schulweg eigenständig meistern, ohne weite Strecken dafür in Kauf nehmen zu müssen. Die Belastung durch ein mögliches höheres Verkehrsaufkommen, sei es mit dem Bus oder dem Auto, durch den Wegfall eines Standortes oder dem Wegfall einer Schulform im entsprechenden Stadtteil und somit auch in der Umgebung massiv erhöht. Welche Notwendigkeit rechtfertigt somit eine Umsiedelung?

Die hohen Anmeldezahlen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass die Bürger Ratingens und die der umliegenden Städte die Käthe-Kollwitz-Realschule sowie das Kopernikus Gymnasium dankend annehmen. Dies spiegelt sich auch in den steigenden Zügigkeiten der beiden Schulformen wider.

Die Anmeldezahlen der Käthe-Kollwitz-Realschule waren im aktuellen Schuljahr so hoch, dass Anmeldungen leider abgewiesen werden mussten!

Hieraus resultiert der offensichtliche Elternwille: Der dringliche Wunsch des Ausbaus der Dependance der Käthe-Kollwitz-Realschule in Lintorf. Denkbar und diskussionswürdig ist der Ausbau zur dauerhaften Zweizügigkeit. Die in den kommenden Jahren steigenden Schülerzahlen werden zudem den Mehrbedarf an Schulplätzen in der KKS darüber hinaus rechtfertigen.

In diesem Zusammenhang darf auch die Heinrich-Schmitz-Grundschule nicht vergessen werden. Auch hier steigen erfreulicherweise die Schülerzahlen seit einigen Jahren. Hier muss ebenfalls neuer Schulraum in Zukunft bereitgestellt werden.

Der Lebensmittelpunkt sowie der schulische Mittelpunkt ist bei Vielen somit Lintorf mit seinem Schulzentrum. Gegen die Grundidee einer weiteren Gesamtschule hat die Schulpflegschaft grundsätzlich nichts einzuwenden. Jedoch spricht sie sich entschieden gegen die Schließung des Schulzentrums Lintorf sowie den Umzug der Käthe-Kollwitz-Realschule aus. Eine Schulvielfalt muss unbedingt in Ratingen bestehen bleiben. Um das Schulzentrum in Lintorf für alle noch attraktiver zu gestalten, sollte vielmehr in den Ausbau und die Sanierung investiert werden. Dies ist jedoch noch ein anderes Thema, das diskutiert werden muss.

Schulpflegschaftvorsitzender David Westring (Foto: privat)

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