Eheleute Neyses: Enthüllung der Erinnerungstafel

Werbung

Düsseldorf. Am Kaiser-Friedrich-Ring 65 wird am Montag, 17. September, 16 Uhr eine Erinnerungstafel in Andenken an das Ehepaar Neyses enthüllt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Am 17. September 1944 suchte die jüdische Bürgerin Erna Ettscheit Hilfe bei dem Ehepaar Hilde (1909-1948) und Joseph Neyses (1893-1988). Sie sollte Mitte September durch die Gestapo deportiert werden. Das Ehepaar versteckte sie in ihrem Haus am Kaiser-Friedrich-Ring 65 vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Dort lebte Erna Ettscheit vom 17. September 1944 bis zur Befreiung Oberkassels vom NS-Regime durch US-amerikanische Truppen am 3. März 1945 im Geheimen. Durch den Mut ihrer Freunde überlebte sie den Holocaust.

Mit dieser mutigen Rettung hatten Hilde und Joseph Neyses ihr Leben riskiert – und die Freiheit ihrer Kinder. Die Eheleute wurden vom Staat Israel 1981 dafür mit dem Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Im Stadtteil Derendorf – unmittelbar neben dem ehemaligen Schlachthofgelände, das als „Sammelort“ für die Deportierten gedient hatte – erinnert seit 2002 der „Professor-Neyses-Platz“ an den Musiker und Musikwissenschaftler.

Die Anregung für diese Gedenktafel am Kaiser-Friedrich-Ring 65 kam aus der Bevölkerung, die ein Andenken an die Hilfe direkt vor Ort vermisste. Die Finanzierung erfolgte aus einem Zuschuss der Bezirksvertretung 4 sowie aus Spenden aus der Bevölkerung. Der Text auf der Gedenktafel wurde durch die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erarbeitet.

Werbung