Düsseldorfer Chirurg hilft in Indien

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Düsseldorf. Wer Plastische Chirurgie lediglich als Schönheitschirurgie bezeichnet, verkennt bedeutende Facetten dieser medizinischen Fachrichtung. Angeborene Fehlbildungen, Unfälle oder Krankheiten entstellen viele Menschen an Gesicht und Körper regelrecht, die zudem oftmals unter einer starken Beeinträchtigung der Körperfunktionen leiden. Hierzulande greift in solchen schweren Fällen das Gesundheitssystem. In Indien, einem Land, in dem zwei Drittel der Bevölkerung in Armut leben, fehlt es jedoch meist an elementaren medizinischen und finanziellen Mitteln, um Betroffene von ihrem Leid zu befreien. Daher hat der „German Rotary Volunteer Doctor e.V.“ (GRVD) es sich zur Aufgabe gemacht, ärztliche Hilfe in medizinisch unterversorgten Regionen der Welt zu leisten. Zwei der helfenden Hände gehören Dr.Murat Daǧdelen, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Direktor des Medical Inn Zentrums in Düsseldorf, der gerade erst von seinem jüngsten Einsatz zurückgekehrt ist: „Wir versuchen die Lebensqualität und die gesundheitliche Situation der Menschen zu verbessern, die sich nicht selbst helfen können. Als ich das Leid und die Aussichtslosigkeit der Menschen vor Ort gesehen habe, war mir sofort klar, dass ich helfen muss.“ 1998 von Mitgliedern des Deutschen Rotary Clubs gegründet, finanziert sich der Verein ausschließlich von Spenden und ist auf die Unterstützung seines ehrenamtlichen Ärzteteams angewiesen.

Ärzte aller Fachrichtungen und medizinisches Hilfspersonal leisten ehrenamtliche Arbeitseinsätze in Kliniken verschiedener Dritte-Welt-Länder. Seit bereits 13 Jahren operiert im indischen Jalna ein Ärzteteam aus Deutschland mittellose Menschen. Vor Ort wird das Eintreffen der Helfer schon sehnsüchtig erwartet. Murat Daǧdelen war auch dieses Jahr wieder dabei: „Viele Patienten leiden an Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Fehlbildungen und den Folgen von Verbrennungen. Behandlungen, die in Deutschland zu den Routineeingriffen zählen, sind in Indien lediglich der besser gestellten Bevölkerungsgruppe vorbehalten. Betroffene sind durch ihren Makel meist ein Leben lang entstellt und müssen sich an die neue Lebenssituation wohl oder übel anpassen. Zudem sind die hygienischen Zustände und die medikamentöse Versorgung in den Kliniken vor Ort oftmals katastrophal.“

Bei der Reise 2016 halfen Daǧdelen und das gesamte Team alleine 140 Patienten. Aufgrund der dringenden Nachfrage sind sie für jeden Kollegen dankbar, der sich ihnen anschließt. Seine Einsätze verdankt Dr. Murat Daǧdelen seinem Kollegen Dr. van der Hoofd, der ihn ursprünglich auf die Organisation aufmerksam gemacht hat und mit dem er seitdem vor Ort ein unzertrennliches Team bildet. Dr. Murat Daǧdelen berichtet: „Schon am ersten Tag haben wir ein Screening von 500 Patienten gemacht und daraufhin acht Tage durchgehend die Menschen im OP versorgt. Da an einem Patienten oft mehrere Eingriffe vorgenommen werden mussten, haben wir dieses Jahr insgesamt 200 Prozeduren erfolgreich durchgeführt.“

Bei seinem diesjährigen Einsatz hat er auch Patienten wiedergetroffen, die er bereits im vergangenen Jahr behandelte. Das gesamte Team war erleichtert zu sehen, dass sich die Lebenssituation der Betroffenen durch die Eingriffe deutlich verbessert hat. Viele Behandlungen verlaufen sogar so gut, dass nicht mehr nachoperiert werden muss. Die zweiwöchigen Operationscamps kosten pro Einsatz etwa 20.000 Euro, die komplett über Spenden finanziert werden. Wer die Operationscamps finanziell unterstützen möchte, kann seine Spende leisten auf folgendes Spendenkonto: German Rotary Volunteer Doctor e.V., Hypovereinsbank Kaufbeuren, IBAN: DE83734200710002104008, BIC: HYVEDEMMXXX.

Weitere Information unter www.medical-inn.de und unter www.grvd.de

Foto: Dr. med. Murat Dağdelen/Medical Inn

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