Düsseldorf gedenkt des Novemberpogroms

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Düsseldorf. Auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf fand am Montag im kleinen Kreis eine stille Kranzniederlegung am Standort der 1938 niedergebrannten Synagoge an der Kasernenstraße statt. Die Vertreter von Stadt, Land, Landtag, Kirchen und Jüdischer Gemeinde gedachten der Opfer des Novemberpogroms, der sich heute zum 82. Mal jährt. Alleine in Düsseldorf waren mindestens 13 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben worden. Mehr als 70 Schwerverletzte wurden nach den gewaltsamen Ausschreitungen gezählt. Ein überwiegender Großteil der Wohnungen und Häuser, Geschäfte oder Arztpraxen jüdischer Bürger wurde komplett verwüstet.

Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Oberbürgermeister Stephan Keller, Landtagspräsident André Kuper und Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen als Vertreter von Ministerpräsident Armin Laschet, legten  – coronabedingt an unterschiedlichen Uhrzeiten des Vormittags – Kränze nieder. Die beiden christlichen Kirchen wurden vertreten durch Superintendent Pfarrer Heinrich Fucks und Stadtdechant Pfarrer Frank Heidkamp. Oberrabbiner Raphael Evers sprach ein Gebet und stimmte den Trauergesang “El male rachamim” an.

Wegen der Corona-Situation konnten die sonst üblichen Veranstaltungen nicht durchgeführt werden. Die traditionelle Gedenkstunde im Plenarsaal des Rathauses wurde durch dezentrale und digitale Angebote ersetzt: Unter dem Motto “Düsseldorf erinnert” sind verschiedene Aktionen zusammengefasst, die zwischen dem 28. Oktober und dem 16. November dazu einladen, sich differenziert mit den Ereignissen des Pogroms auseinanderzusetzen.

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Wilfried Meyer

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