Düsseldorf erinnert an Befreiung

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Düsseldorf. In vier Veranstaltungen wird in diesem Jahr an die „Aktion Rheinland“ und den Tag der Befreiung Düsseldorfs im April 1945 erinnert. Mutige Männer sorgten dafür, dass ihre Heimatstadt Düsseldorf kampflos an die herangerückten alliierten Truppen übergeben werden konnte. Fünf von ihnen wurden von Standgerichten wegen Hoch- und Kriegsverrat verurteilt und hingerichtet.

Bereits am Sonntag, 14. April, veranstaltet die Mahn- und Gedenkstätte eine Fahrradtour auf einem Teilstück des „Weges der Befreiung“, den Aloys Odenthal und Karl August Wiedenhofen zu den Alliierten zurücklegten. Voraussetzung für die Teilnahme an der rund dreistündigen Fahrradtour bis zum Endpunkt „Auf der Hardt“ ist ein verkehrstaugliches Fahrrad. Die Tour beginnt um 14 Uhr am Polizeipräsidium am Jürgensplatz, Ecke Fürstenwall (an der Stele). Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Dienstag, 16. April, um 15 Uhr werden am Mahnmal Anton-Betz-Straße der Düsseldorfer Polizeipräsident Norbert Wesseler und der Bürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Wolfgang Scheffler, Kränze niederlegen und den Männern der „Aktion Rheinland“ gedenken.

Am gleichen Tag findet um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Kirche St. Albertus Magnus, Kaiserwerther Straße 211, statt. Dieser Gottesdienst wird musikalisch begleitet vom Polizeichor Düsseldorf.

Am Mittwoch, 17. April, stellt Dr. Peter Henkel um 19 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, die „Aktion Rheinland“ ausführlich vor. Wer waren die Ermordeten und ihre Mitstreiter? In welchem Kontext handelten sie?

In diesem Jahr wird eine Delegation der Gelre Association International aus der niederländischen Stadt Apeldoorn an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen. Auch in Apeldoorn führte eine Widerstandsaktion mutiger Bürger dazu, dass die Stadt am 17. April 1945 an die alliierten Truppen kampflos übergeben werden konnte. Angesichts dieser Parallelität der Ereignisse ist ein gemeinsames Gedenken mit einem deutsch-niederländischen Jugendaustausch zum 75-jährigen Jahrestag des Kriegsendes 2020 in beiden Städten derzeit in Vorbereitung.

Am 16. April 1945 ließen die Männer der „Aktion Rheinland“, wie sie ihre Tat nannten, mit Unterstützung des Kommandeurs der Düsseldorfer Schutzpolizei, Franz Jürgens, den fanatischen Polizeipräsidenten August Korreng festsetzen, während sich Aloys Odenthal und Dr. Karl August Wiedenhofen durch die Linien zu den Amerikanern durchschlugen und mit ihnen über die kampflose Übergabe der Stadt verhandelten. Durch regimetreue Polizeibeamte wurden jedoch Franz Jürgens, Theodor Andresen, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill festgenommen. Sie wurden von Standgerichten wegen Hoch- und Kriegsverrat verurteilt und noch in der Nacht zum 17. April 1945 ermordet.

Aloys Odenthal und Karl August Wiedenhofen gelang es in der Zwischenzeit, die Alliierten zum kampflosen Einmarsch in Düsseldorf zu bewegen. Die Stadt wurde am 17. April 1945 von den Amerikanern befreit. Während die Stadt Düsseldorf die Ermordeten seit vielen Jahren mit Straßen- und Schulbenennungen, Ehrengräbern und jährlichen Gedenkveranstaltungen ehrt, wurden die Standgerichtsurteile erst 1999 durch die Generalamnestie aufgehoben.

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