Dönerwetter: Einmal mit alles

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Lintorf. Dönerwetter, einmal mit alles. Das galt einmal mehr bei der gestrigen Show in der Manege. Volkan Erik hatte wieder volles Haus und thematisch wurde dem Publikum alles geboten. Eine Blödelnummer von seinem Musiker André, der den Trio-Song Da-da-da mit ein paar Brocken russisch versehen hatte und mit dieser Coverversion nun den Globus erobern will.

Nachdenkliches gab es von dem überaus professionellen Nachwuchskünstler Alexander Seidel. Für seinen Song über die Menschlichkeit erhielt er volle Zustimmung und viel Applaus vom Publikum. Im zweiten Teil der Show spielte er dann den Klassiker „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und riss das Publikum endgültig mit. Seine Aufforderung zum Mitsingen wurde bereitwillig angenommen.

Erik überließ seiner Star-Künstlerin Andrea Badey das Thema „Mann und Frau“ und gab sich selbst sehr politisch. Schon zur Begrüßung nahm er indirekt Stellung zur Liedaffäre um den türkischen Präsidenten Erdoğan. „In Deutschland darf man sich und andere noch ungestraft auf die Schippe nehmen, selbst Merkelwitze sind erlaubt und das ist gut so“, meinte er. Den Beweis lieferte er dann auch mit einer Nummer zweier Westhäkchen, die ein Interview von Froschpuppe zu Merkelraute aufführten. Die Merkelraute sagte viel, ohne etwas zu sagen und zum Ende gab es einen Versprecher nach dem anderen. Ob der Sketch im Kanzleramt zur Kenntnis genommen wurde und vielleicht eine Reaktion hervorrufen wird, ist der Redaktion bisher nicht bekannt. Erik selbst hatte sich das AfD-Programm vorgenommen. Als „alte Naive für Deutschland“ versuchte er mit bissigen Beispielen zu erklären, wie und warum wir unsere Kultur schützen müssten. So würden die Flüchtlinge ja kein Schweinefleisch essen und uns dann das leckere Mettbrötchen untersagen wollen: „Kein Schwein, das nicht gut. Iss Lamm“, würde man gesagt bekommen. „Da wird die Religion auch gleich noch eine kulinarische Doktrin und das müssen wir verhindern“, die Worte der alten Naiven für Deutschland.

Andrea Badey, die während ihrer Nummer gleich zwischen mehreren Personen hin und her wechselte, zeigte ihre Sicht auf die Dinge was das Altwerden und die Beziehungen zwischen Mann und Frau angeht. Zwischen deftigen, manchmal schon fast ordinären Sprüchen gab es aber auch Chansons, die so Badey „auch eine Moral haben“. Mit ihrem Song „Ich bin jetzt reif“ auf die Melodie von Gloria Gaynors „I will survive“ hatte sie das Publikum, zum großen Teil jenseits der 45, sofort auf ihrer Seite.

Zu guter Letzt gab es für die Lintorfer dann auch noch etwas aus Lintorf selbst. Gast in der Interview-Ecke war der Vorsitzende des Ratinger Bienenzuchtvereins Franz Naber. Der ehemalige Integrationsbeauftragte der Stadt Ratingen hatte die Imkerei nach seiner Pensionierung für sich entdeckt. Im Gespräch mit Erik warb er für Verständnis für die Bienen und deren wichtige Aufgabe in der Pflanzenwelt. Statt eines Rezeptes hatte er deshalb auch Informationen darüber mitgebracht, wie man Garten und Balkon bienenfreundlich bepflanzen kann.

Dönerwetter, einmal mit alles. Ein Abend mit tollen Künstlern, leckerem Döner, kostenlosem türkischen Tee, einem sehr netten Manegeteam Dank Jörg und Marlon auch gut funktionierender Technik. Das bedurfte einer Zugabe, die dann Badey stellvertretend für alle übernahm.

Foto: privat

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